Letzte Etappe (24.1.-9.2.)

Weiter geht die wilde Fahrt zur letzten Etappe in Spanien. Wir brechen auf Richtung Malaga. In Herradura stehen wir auf einem Parkplatz an der Promenade und  werden morgens (erst) zum zweiten Mal von der Polizei gebeten, weiterzufahren. Kein Problem, wir wollten sowie weiter. Stellplatz in Torrox fürs Rein und Raus und weiter. Vor Malaga waren wir dann 3 Tage auf einem sehr schönen, direkt am Meer gelegenen, Parkplatz. Mit dem Fahrrad die 9 km an der Strandpromenade dann in die Stadt und wir sind erstaunt, wie schön Malaga ist. Angenehmes Verkehrssystem, Fahrradwege, rücksichtsvolle Autofahrer:innen, schöne autofreie Zonen, herrliche Parks, außerordentlich viele Museen, nette Bars und Kneipen. Eine sehr angenehme und freundliche Atmosphäre. Das Verkehrssystem ist sehr fahrradfreundlich: Neben breiten Spuren für Fußgänger:innen und Fahrradfahrende gibt es zusätzlich auch auf der Straße neben einer normalen Autospur eine weitere Spur für Fahrräder und Langsamfahrende (Tempo 30). Wir besuchen das Picasso-Geburtshaus und Picasso-Museum.

Nach 2 Tagen entdecken wir, dass der Wassertankdeckel fehlt. Also nach Abreise nochmal einen kleinen Abstecher zurück – und siehe da, der freundliche Stellplatzbesitzer hat das Corpus Delicti gefunden und für uns aufbewahrt.

Nächster Halt in Estepona. Wochenmarkt und Tappas futtern. Wir stehen neben dem Yacht- und Fischerhafen wieder direkt am Sandstrand mit Blick auf Gibraltar – unser nächstes Ziel.

 

Gibraltar ist schon ein sehr skurriler Ort. Angefangen von der Besiedlung von Neandertalern und geschichtlich unter arabischer, niederländischer, spanischer und anderer Herrschaft ist Gibraltar seit Anfang des 18. Jhdts britisches Staatsgebiet und eines der am dichtbesiedeltsten Orte der Welt. Fast 34.000 Einwohner:innen leben auf diesem kleinen Stückchen Land, die meisten aus Groß-Britannien, Spanien, Italien und Portugal, die alle neben ihrem Herkunftspass auch den britischen Pass besitzen. Die Amtssprache ist Englisch, die meisten sprechen aber auch Spanisch. Morgens und abends ist ein Kommen und Gehen von Zuhause zum Arbeitsplatz. Von Spanien kommend immer über zwei Grenzübergänge mit Passkontrolle und quer über die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar und abends wieder zurück (und umgekehrt). Viele Elektroroller sind unterwegs, dennoch sind die Straßen in Gibraltar mit Autos verstopft, außer der „Mainstreet“, der Fußgängerzone und Einkaufsstraße am Fuße des Berges entlang. Hier ist jedes zweite, dritte Geschäft entweder ein Juwelier oder ein Spirituosenladen, in jedem 5. gibt es Sonnenbrillen. Weiter oben auf dem Berg treiben die berühmten Berberaffen ihr Unwesen: frech und äußerst selbstbewusst machen sie Besuchenden unmissverständlich klar, wer hier das Sagen hat.

Von Gibraltar aus und auch etwas weiter südlich sehen wir Marokko, in das wir ja leider nicht reisen konnten.

 

Lässt man das südlichste Zipfelchen Spaniens hinter sich, verändert sich die Natur. Wir fahren am Atlantik entlang und staunen über eine sanftere Landschaft, grasende Kühe auf üppig grünem Weideland und blühende Wiesen. Statt spärlicher, durstiger Vegetation mit ausgetrockneten Flüssen und Bächen viel mehr saftiges Grün. Hatten wir am Atlantik ein eher rauheres Klima erwartet, nimmt der Wind jetzt eher ab und die Sonne an Fahrt auf.

Es wird wärmer und die Tage werden länger. Mittlerweile geht die Sonne erst um 7 unter und erst um 8 ist es wirklich dunkel.

 

Wir haben uns öfters gefragt, warum es so schnell abkühlt nach einem wirklich sehr warmen Tag. Wir können mittags am Strand liegen und müssen nach Sonnenuntergang die Heizung anmachen. Dieses Phänomen ist bekanntlich in der Sahara am stärksten. Im Sommer können dort 30 Grad Temperaturunterschied gemessen werden, das können 45 Grad in der Mittagshitze und nur 10-15 Grad nachts bedeuten. Der Grund ist die Bodenbeschaffenheit. Sand und Gestein speichern Wärme nur oberflächlich, sie dringt nicht so tief ein. Ein weiterer Faktor spielen die Wolken. Fehlen sie in der Nacht, können sie die Wärme nicht zurückstrahlen und die Hitze entweicht schneller. Da wir oft am Strand stehen, ist das bei uns wohl ein ähnliches Phänomen.

 

Wir fahren weiter an der Küste entlang über Cadiz und Huelva nach Portugal. Dort lesen wir uns wieder.

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Kommentare: 1
  • #1

    Holger Graichen (Donnerstag, 24 Februar 2022 13:14)

    Hallo ihr beiden,
    Schön das wir an eurer Reise auf diese Art weiter Teil nehmen dürfen
    Es sind wunderschöne Bilder und Beschreibungen weiter so.
    Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Zeit und bleibt gesund
    Lg G&H