Die nächtliche Fährüberfahrt mit Grimaldi und Schlafkabine von Barcelona aus dauerte 13 Stunden und gestaltete sich relativ problemlos. Da Joschi für sein großes Geschäftchen immer etwas Intimsphäre braucht, d.h. er sich dazu gerne in die Büsche schlägt und auch fürs Pipi ein Bäumchen, einen Busch oder doch zumindest etwas Gras benötigt, waren wir deshalb etwas in Sorge. Die Hoffnung, wenigstens einen Sandplatz für die Hunde vorzufinden, wurde enttäuscht. Und wie erwartet konnte er nicht wie die anderen Hunde einfach aufs Schiffsdeck pieseln, aber er hat es geschafft, insgesamt über 15 Stunden einzuhalten. Tapferer Joschi!
Wir kommen im Norden Sardiniens, in Porto Torres an. Unsere Route verläuft entlang der Westküste. Bei Oristano dann rüber zur Ostküste und nochmal zurück übers Landesinnere, um dann wieder im Westen über Carbonia nach Cagliari zu gelangen. Die Ostküste lassen wir weitgehend rechts liegen.
Das Wetter ist uns – wie schon die letzten beiden Wochen in Portugal – nicht sehr freundlich gesonnen. Es ist oft sehr stürmisch, regnerisch und relativ kalt. Zeitweise ist es in Darmstadt wärmer als bei uns! Aber kleidungstechnisch sind wir auf alle Wetter eingestellt und lassen uns nicht unterkriegen. Auch eine stürmische See mit rauer Brandung hat durchaus ihren Reiz.
In Sardinien haben im März noch fast alle Stellplätze geschlossen. Das Ver- und Entsorgen ist somit immer eine logistische Herausforderung. Öffentliche Wasserhähne sind spärlich und die schwierigste Aufgabe besteht in der Müllentsorgung. Keine Ahnung, wo und wie die italienische Bevölkerung ihren Müll versteckt, aber öffentliche Abfallcontainer sind auf jeden Fall eine Rarität und gehören zu den kostbarsten Tipps unter Wohnmobilist_innen.
Traumstrände wie in Spanien und Portugal sind eher spärlich, aber in der Nähe von Cabras hatten wir einen wunderschönen Strand mit wirklich unglaublich türkisblauem Wasser und allerfeinstem weißen Kieselsand.
In der Dünenlandschaft Dune Piscinas glaubten wir uns in der Sahara und bei Porto Pino war der Strand mit unzähligen Seebällen in allen Größen übersät. Seebälle nennen sich die Kugeln aus See- oder Neptungras, die man an vielen Stränden findet.
An Orten hat uns besonders Bosa bezaubert. Es liegt an der Westküste an einem Berghang und hat eine wunderschöne Altstadt mit zahlreichen pastellfarbigen Häusern. Die Gassen in italienischen Orten sind manchmal so eng, dass sich die Nachbarn fast küssen könnten, wenn sie sich nur weit genug aus dem Fenster beugen. Orgosolo im östlichen Landesinnern ist durch seine Wandmalerei berühmt und in der Nähe von Orsolo sahen wir ein riesiges Areal, in dem Marmor abgebaut wird.
Das Übernachtstehen war nirgendwo ein Problem. Sicher auch deshalb, weil in dieser Jahreszeit touristisch kaum was los ist.
Die Italienerchen sind meistens nett und aufgeschlossen und wir mögen ihre lebhafte Art und gestenreiche Kommunikation sehr, auch wenn sie keine Autoblinker kennen und nicht zögern, einen am Zebrastreifen über den Haufen zu fahren.
In Cagliari im Süden verlassen wir dann Sardinien und setzen mit einer Nachtfähre nach Sizilien über.





























































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Holger (Montag, 04 April 2022 10:08)
Hy ihr beiden, schön mal wieder etwas von euch zu lesen da wissen wir das es euch gut geht.
Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Zeit und danke für die schönen Bilder
Schönen Gruß von G&H
Hans (Band) (Montag, 04 April 2022)
Auch sehr schön. Der moderne Klavierunterricht trägt hoffentlich Früchte.
LG Hans