Mit der Nachtfähre setzen wir am 2. April nach Sizilien über. Mit dem Hundsgestöber auch wieder komplett problemlos.
Wir kommen in Palermo an. Hier erwarten wir jederzeit Opfer eines Verbrechens zu werden, da in unseren Köpfen das Bild einer Mafia-Hochburg spukt. Zu unserer Überraschung erfahren wir, dass Palermo zu den sichersten (2019 DIE sicherste) Städten Italiens gehört. Dies ist ihrem Bürgermeister Leoluca Orlando zu verdanken. Als er 1985 gewählt wurde, befand sich die Stadt unter der Cosa Nostra im schlimmsten Mafia-Krieg mit mehreren Toten jede Woche. Er hat in seiner Stadt den zivilen Widerstand gegen die Clans organisiert, das historische Zentrum restauriert und die Stadt für seine Bürger*innen wieder lebenswert gemacht.
Aber auch heute hat Palermo noch viele alte vom Krieg zerstörte Gebäude, die leer stehen. Müll türmt sich – wie überall in Italien - in den Nebenstraßen und kleinen Gassen. Die Luft ist erfüllt von Abgasen und dem Lärm des ständigen Verkehrs mit seinen verbeulten und zerkratzten Autos und kleinen Mopeds. Dennoch ist Palermo mit ihrem mancherorts fast morbiden Charme eine schöne und interessante Stadt.
Auf dem großen Ballaro Markt bieten jeden Tag Händler*innen an unzähligen Ständen teils gewöhnungsbedürftige Speisen (z.B. Darmspieße), Obst und Gemüse, Gewürze, Haushaltswaren und Bekleidung an.
Wir fahren weiter die Nordküste entlang. Das Wetter ist immer noch ungemütlich. An den wenigen schönen Stränden liegt viel Müll.
Nach dem bezaubernden Cefalu, einerm kleinen Ort an einem Berg gelegen, machen wir in Tindari Halt und besuchen dort eine archäologische Stätte. Außerdem probieren wir uns in einer Mischung aus Kneipe und Hofladen, die von ein paar sehr netten jungen Leuten betrieben wird, durch viele verschiedene Käse- und Salamisorten. Da wir auch den selbst produzierten Likör verköstigen müssen, verlassen wir diese Agricultur-Initiative nach einiger Zeit etwas beschwipst und schwer beladen mit Käse, Likör und Olivenöl.
Wir fahren weiter ins Landesinnere und verbringen einen Tag am Ätna. Wir sehen ihn nur aus der Ferne, da wir keine Lust auf eine geführte Tour haben, spannend und fast ein bisschen gruselig aber ist es zu sehen, dass immer kleine Rauchwölkchen aus ihm aufsteigen – er also wohl aktiv ist!
Um den Vulkan herum geht es nach Catania. Hier essen wir aus Versehen Pferdefleisch, welches aber gut geschmeckt hat. Catanias historische Altstadt ist sehenswert, aber auch hier sehen wir abseits der Prachtstraßen ärmlichste Wohnbedingungen und viel Müll. Hier und da auch mal eine tote Ratte. Dann stellt mensch sich die Frage, wie in Italien als sechstgrößte Weltwirtschaftsmacht solche Zustände herrschen können.
Am 11. April kommt uns Ronja besuchen. Wir holen sie am Flughafen Punta Raisa ab und fahren an den Strand bei Balestrate. Meine Tochter nötigt mich, die Badetauglichkeit des Meeres zu testen. Fühlt sich so ungefähr wie Eisschwimmen an. Danach geht’s auf die Halbinsel San Vito lo Capo. Heute steht Wandern auf dem Programm. Wir suchen die Grotta Cravalli und verfransen uns heillos. Pfadfinder Joschi versagt auf ganzer Linie.
Als Schlafplatz muss Ronja mit dem Sofa vorlieb nehmen, aber ansonsten funktioniert in unserem Ömmel auch alles zu dritt(einhalb) prima.
In Trapani fahren wir mit der Seilgondel nach Erice. Ein kleines ziemlich touristisches mittelalterliches Örtchen auf einem Berg gelegen.
Noch ein Strandbesuch und dann geht’s schon zurück Richtung Palermo. Auf der Isola del Femmine verbringen wir noch 2 Tage. Ronja und ich machen einen Ausflug mit dem Zug nach Palermo, schauen uns die Stadt an und besuchen natürlich den Markt.
Am 17. April fliegt Ronja wieder zurück nach Berlin. Es waren wunderschöne sechs Tage.
Klaus und ich fahren nochmal über Catania nach Messina, um von dort mit der Fähre nach Kalabrien zu kommen.

































































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