Bei Dodaj fahren wir über die Grenze nach Albanien. Von den griechischen Zöllner:innen werden wir mürrisch abgefertigt, von den albanischen Grenzbeamten freundlich begrüßt. Albanien – denkt man da nicht an Mafia, Kriminalität und finster drein blickende Gestalten? Klaus hat Angst um unser Leben und unseren Ömmel und musste zur Albanien-Weiterreise leider gezwungen werden.
Wir übernachten in Ksamil, wohin wir mit einer altertümlichen abenteuerlichen Ziehfähre gelangen und schauen uns die archäologische Stätte und Unesco Weltkulturerbe Butrint an. Die Geschichte der Ruinenstadt reicht bis ins 3. Jhdt. v.Chr.. Zahlreiche Kulturen hinterließen hier ihre Spuren und die Geschichte über ihre immer wechselnde Herrschaft ist sehr interessant.
Wir fahren an der Westküste entlang über Saranda, Himare, Vlora und kurz vor Tirana direktemang in die IVECO-Werkstatt, da unserem Ömmel plötzlich die Luft ausgeht. Eine riesige Werkstatt, wie aus dem Ei gepellt, deren Mitarbeiter sich sofort unserer annehmen. Die OP wird für den nächsten Tag vereinbart und auch ausgeführt. Wir tauschen die maroden Federluftbalgen und die Lenkstange aus - zu einem Viertel der in Deutschland üblichen Kosten. Leider stellt sich nach der Weiterfahrt fest, dass das Problem immer noch vorhanden ist. Wochenende, Werkstatt zu, Warten bis Montag. Aber dafür finden wir einen wunderschönen Campingplatz an einem See, an dem wir uns zwei Tage die Zeit vertreiben. Montags werden die Sitze zwei Stunden auseinandergenommen, bis Klaus endlich mit Lecksuchspray bewaffnet in die Grube darf und es ihm gelingt, die Mechaniker davon zu überzeugen, dass das Problem am Ventil eines Luftkessels liegt. Rost entfernt – wieder dicht – Weiterfahren – wenn einfach einfach einfacher ist.
Noch ein paar Tage durchs Landesinnere und am Ohridsee und dann fahren wir ins nächste Land.
Albanien hat uns sehr positiv überrascht:
Zuerst einmal sind die Menschen wirklich ausgesprochen nett, immer hilfsbereit, immer bereit für ein Lächeln und in aller Regel sehr ehrlich. Die Landschaft ist wunderschön. Saftige grüne Wiesen, liebevoll angebaute Flächen, Berge, Täler, Seen und Flüsse. Kühe, Schäfchen, Ziegen, Esel und Pferde weiden selbständig und gehen den ganzen Tag – manchmal leider auch auf der Straße – spazieren. Man sieht Herden mit Hirten oder einzelne ältere Menschen, die mit ein paar Ziegen oder ihrer Kuh spazieren gehen.
Wirklich schöne und weitläufige Strände haben wir jetzt nicht so gesehen, meist handelt es sich eher um Buchten.
Was uns am meisten erstaunt hat, war die Sauberkeit. Wohl sieht man auch hin und wieder Müll – am Strand oder am Straßenrand. In den Dörfern und Städten ist aber in der Regel alles blitzesauber und wir staunen über regelrechte Putzkolonnen, die die Plätze und Straßen sauber halten.
Unbefestigte Straßen mit riesigen Löchern gibt es, aber wir waren über die doch meistens gut ausgebauten und gepflegten Straßen überrascht. Die „Autobahnen“ haben manchmal lustige Auf- und Abfahrten und manchmal überholt man auch ein Pferdefuhrwerk oder ein Fahrrad.
Was nicht so schön ist: Wie in den anderen südlichen Ländern, auch hier so viele menschenlose Hunde. Sie werden zwar geduldet und alle scheinen irgendwie ausreichend ernährt, aber leider sehen wir auch sehr viele überfahrene Tiere am Straßenrand.
Obwohl man sagen muss, dass die Fahrweise der Albaner:innen im Vergleich zu Italien überraschend gesittet und zivilisiert ist.
Albanien ist ein Land im Aufbruch. Wir sehen einerseits noch Kinder am Straßenrand, die Blumen verkaufen oder einfach nur betteln, andererseits ist Albanien auch schon sehr modern und fortschrittlich und besonders in Tirana sehen wir eine hippe jüngere Generation, wie sie genauso bei uns zu sehen ist.
Überall wird erneuert und gebaut, besonders die Regionen an der Küste werden für den Tourismus (manchmal nicht so schön) fit gemacht.
Außerhalb der Touristenregionen sind die Preise für uns unverschämt niedrig und man kann daher auch wirklich günstig Urlaub machen. Beim Einkauf sind Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Brot, auch Fleisch und Haushaltsbedarf sehr günstig und an jeder Ecke zu haben. Alles was darüber hinausgeht in Richtung Luxus vergleichsweise recht teuer.
Was erwartet und auch bestätigt wurde: Die Albaner lieben Mercedesse – besonders in schwarz. Auf welchen Wegen diese manchmal an ihre Besitzer gelangten – wer weiß es?
Fazit: Ein Daumen nach oben für Albanien!






















































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Marianne (Mittwoch, 18 Mai 2022 20:29)
Hallo ihr Zwei, ein Glück, dass ich euren Reiseblog wieder parat habe. Ich bin erstaunt, aber manchmal auch ängstlich über die Reisebegebenheiten. Aber euch auf den Bildern so happy zu sehen, ist Freude pur. Doch auch die Bilder von Landschaften und Sehenswürdigkeiten sind grandios. Alles ist perfekt. Ich hoffe, dass der Krieg euch nicht irgendwo mitspielt. Ich wünsche euch eine wunderschöne, stressfreie Weiterreise, damit ihr überall gesund und munter alles meistert. Vielen Dank für die Freude, die ihr mir gemacht habt und ganz liebe Grüße, Marianne
Heike Krüger (Donnerstag, 19 Mai 2022 12:28)
Hallo ihr lieben,
bei all euren tollen Reiseberichten bleibt nach eurer Rückkehr ja nur das Herausgeben eines Reiseführers �� ich lese jedesmal gerne mit und freue mich auf tolle Bilder und die Tatsache dass ihr alle wohlauf seid. Gute Weiterreise
Gigi (Dienstag, 24 Mai 2022 12:04)
Hallo ihr beiden Vagabunden der europäischen Landstriche
Immer wieder schön etwas neues von euch zu lesen und zu sehen.
Danke das wir somit immer mit euch „unterwegs“ sein dürfen.
Genießt weiterhin die wunderschönen Tage.
Lg. Gigi
Marianne (Dienstag, 05 Juli 2022 16:37)
Ergänzung: Ich habe mir nochmal alles angeschaut und festgestellt, dass bei einer solchen Friseuse ein Mann nur schöner werden kann.