Bulgarien, 25.-31.5.

In Bulgarien besuchen wir als erstes die Hauptstadt. Sofia begrüßt uns als westliche, betriebsame Stadt mit postsozialistischem Flair. Viele Wohngebäude entlang der Schnellstraßen mit ihrem äußerst dichten Verkehr scheinen noch aus der Zeit der Sowetjunion da zu stehen. Aber wir entdecken zu unserer Überraschung einen gut ausgestatten Hundeplatz, neben der unsere verlotterte Hunde“wiese“ in der Orangerie ziemlich alt aussieht. Auch sind wir hier in Bulgarien nicht mehr mit permanenter Angst vor Hunden konfrontiert.

Wir versorgen uns mit einer neuen Prepaid-Simkarte und mit Lev, der bulgarischen Währung.

Weiter in Richtung Osten schauen wir uns eine ganz außergewöhnliche Höhle an. Die Prohodna-Höhle bei Karlukovo, auch genannt „die Augen Gottes“. Sie ist mit 262 m Länge, zwei Eingängen, und bis zu 45 m Höhe ein wirklich ganz besonders beeindruckendes Erlebnis.

Da es auf der Fahrt durchs Land keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten und kaum Stellplätze gibt, fahren wir weiter bis zum Schwarzen Meer. Der Goldstrand von Varna und der Sonnenstrand von Burgas haben etwas vom Ballermann-Charme auf Mallorca. Große Hotelkomplexe säumen Kilometer für Kilometer die Strände und Buchten. Tagelöhner sind damit beschäftigt, ein Heer von Liegestühlen und Sonnenschirmen für die kommenden Gäste aufzustellen. Dazwischen gibt es Aquaparks und andere Freizeitparks, die von Weitem wie Klein-Disneyland aussehen.

Da die Tourismussaison zum Glück noch nicht wirklich angefangen hat, finden wir ein paar ruhige Eckchen am Strand nördlich von Obzor und in der Nähe von Kiten. Dort lernen wir auch noch drei ukrainische Familien kennen, die vor drei Monaten nach Bulgarien geflüchtet sind und seither hier leben. Deren Geschichte war ziemlich bewegend.

Noch ein paar Tage verbringen wir am Strand und besuchen die Altstadt von Nessebar (die Drosselgasse in Rüdesheim auf bulgarisch). Während der Fahrt in die Türkei – auf den schlechtesten Straßen bisher auf unserer Reise - läuft uns noch eine Rotte Waldschweinchen über den Weg. Die einst ausgebüxten und nun verwilderten Hausschweinchen, auf die man hin und wieder trifft, leben ein freies und hoffentlich glückliches Leben im Wald.

 

Es war interessant, ein bisschen von Bulgarien kennenzulernen, ein Reise-Highlight war es für uns aber nicht. Bulgarien hat auch außer an der Küste nicht viel Infrastruktur zum Campen - Entsorgung war ein wirkliches Problem – und scheint eher ein Land für Pauschaltourismus zu sein.

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