Vom Mittelmeer nach Kappadokien, 21.-29.6.

Auf dem Campingplatz Evcan steigt am Nachmittag rotes Licht und schwarzer Rauch über den Hügeln auf. In der Nähe scheint leider wieder ein Wald zu brennen. Am nächsten Morgen sehen wir, wie viele Organisationen an der Löschaktion beteiligt sind. Auf den Straßen unterwegs sind Wasserwerfer, Feuerwehr, Militärfahrzeuge, Betonpumpen mit Wasser und Löschhelikopter in der Luft; unser Ort wird abgeriegelt, aber wir können noch weiterfahren.

In Fethiye schlendern wir durch die Altstadt und deren Märkte.

In Antalya lassen wir in der Werkstatt Scheibenwischer erneuern und erstehen eine Doppelhorn-Hupe. Im Mediamarkt ärgern wir uns das erste Mal in der Türkei über schlechten Service (Antalya eben). Es ist extrem heiß und wenns aufwärts geht, dem Motor ebenso, so dass wir den Luftfilter reinigen und sehr vorsichtig fahren.

Über Konya erreichen wir Sultanhani, das schon zum Gebiet Kappadokiens gehört. Sultanhani war eine der bedeutendsten Karawansereien entlang der alten Seidenstraße. In den alten Gemäuern können wir uns gut vorstellen, wie hier die Karawanen Pause machten und Handel betrieben.

Wir dürfen einer Gruppe Frauen zusehen, die Tongefäße sehr kunstvoll bemalen.

In Selim besichtigen wir die ersten Höhlenwohnungen, die in den weichen Sandstein gehauen wurden. Diese Höhlenwohnungen, zum Teil in äußerst bizarren Felsformationen begegnen uns in ganz Kappadokien. Am Ilhara-Tal entlang geht es nach Derinkuyu. Hier bemerken wir einen hörbaren Druckluftverlust. Der Druckverlust ist extrem und wir müssen uns am späten Samstagnachmittag nach einer Werkstatt umsehen. In Nevsehir wird festgestellt, dass sich eine Schraube in den Luftbalg gebohrt hat. Wir werden weitervermittelt zum Dogru Fren Servizi, der uns für Sonntagvormittag einen Termin gibt. Nachdem eine Flickung durch Vulkanisierung nicht ganz erfolgreich ist, beginnt die nicht ganz einfache Suche nach einem neuen Luftbalg. Aus Ankara wird das ominöse Teil zackzack geliefert und einmal wieder um die Erfahrung reicher, welch guten Service es in anderen Ländern im Gegensatz zu Deutschland gibt, kann es mit dem Ömmel einen Tag später weitergehn.

In Kaymakli bestaunen wir eine Stadt im Untergrund. Ein riesiges unterirdisches Höhlensystem, das 8 Stockwerke in die Tiefe geht, mit einem so engen Wegesystem, das wir manchmal gerade noch so durchpassen.

In Soganli übernachten wir im „Freilichtmuseum“ mit weiteren Höhlenwohnungen in den steinernen Hütchen und an den Felswänden. Abends bringt uns Mohammed leckere Lammfladen und Salat. Einfach so.

Weitere „Feenkamine“ sehen wir in Pasabag und Zelve. Feenkamine, die wie große Pilze, Pimmel oder Zipfelmützen aussehen, wurden als frühchristliche Kirchen und Wohnbehausungen genutzt. Sie können aus einem komplizierten Zusammenspiel aus weichem Boden (wie Tuffstein), verschiedenem Material, Regen und Wind entstehen.

In Göreme stehen wir über der Stadt mit atemberaubender Aussicht. Es gibt noch immer (oder schon wieder?) Menschen, die in den Höhlenwohnungen leben und sich diese wunderschön ausbauen und auf den Terrassen mit Blumen bepflanzen.

An unserem letzten Tag oberhalb von Göreme werden wir im Morgengrauen von lautem Lärm geweckt. Heute ist Ballonfahrt-Tag! Direkt neben uns werden drei Ballone aufgeblasen, die sich dann mit über 100 weiteren langsam erheben und über Göreme und Umgebung schweben. Diese Ballonansammlung ist die größte der Welt. Wir bleiben am Boden und fahren in Richtung Ostanatolien weiter.

Kappadokien war ein einzigartiges und landschaftlich magisches Erlebnis!

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Kommentare: 1
  • #1

    Marianne (Dienstag, 30 August 2022 17:34)

    Einmalig, was ihr zu sehen und zu erleben hattet. Für mich als Betrachterin eurer sehr schönen Aufnahmen ist das natürlich wunderbar. aber in Realität wäre ich oft traurig und aufgeregt. Doch immer dazwischen die "Strahlebilder" von euch beiden zu sehen, beruhigt mich. Einen Ballonhimmel, wie ihr ihn erlebt habt, ist so einmalig und grandios! Über eure Gedanken von Deutschland, wenn ihr wieder zuhause seid, bin aber auch gespannt. Bleibt gesund und Gute Fahrt!!!