Tbilisi und der Osten, 8.-12-7.

In Tiflis verbringen wir zwei Tage und lassen die Eine-Millionen-Stadt auf uns wirken. Hier lebt ein Drittel der Einwohnenden Georgiens. Wir stehen auf einem Parkplatz in einem hippen Viertel mitten in der Altstadt. An viel Schlaf ist bis 4, 5 Uhr morgens nicht zu denken, es ist Wochenende und das feiern die Leute. Der Gestank der Abgase und der Lärm des Verkehrs sind extrem. Die Autofahrenden – wie überall in Georgien – oft rücksichtslos und ziemlich reizbar. Hier kommt noch das Posen mit aufheulenden Motoren hinzu. Aber die Altstadt ist mit ihren manchmal schon halb verfallenden Häusern sehr beeindruckend und wir finden auch hier ruhige Ecken, originelle Bierkneipen, Weinlokale und nette Menschen  u n d  - bekommen unsere günstige und funktionierende Simkarte. Die jungen Leute beeindrucken uns mit ihrem Umgang miteinander. Sie erscheinen uns sehr liberal, aufgeschlossen und frei erzogen und die Geschlechter scheinen sehr offen, tolerant und gleichberechtigt miteinander umzugehen.

 

Nach dem Besuch der Hauptstadt fahren wir die Weinstraße Richtung Aserbaidschan, entlang an Weinanbau und Mandelbaumplantagen, die sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickeln sollen. Wir hätten auch gerne eine Weinprobe gemacht, da Georgien als eines der Ursprungsländer des Weinbaus gilt und hier auf eine 8000jährige Tradition zurückblicken kann. Aber es ist jetzt jeden Tag so heiß, dass an Weintrinken nicht zu denken ist.

 

Die Landschaft verändert sich, wird immer karger und sehr speziell. Verschiedene Gesteinsschichten liegen so aufeinander, dass die Berge und Hügel eine einzigartige wellenförmige Landschaft bilden. Wie eine Mondlandschaft, nur viel schöner.

An der aserbaidschanischen Grenze kommen wir am Kloster Davit Gareji an. Es stammt aus dem 6. Jhdt und ist damit das älteste Kloster Georgiens. Noch immer leben hier 10 Mönche in Höhlenwohnungen; in völliger Stille und Abgeschiedenheit, wie am Ende der Welt. Ein Handy hat man aber auch am Ende der Welt und man fährt mit dem Geländewagen zum Kühemelken.

Das Areal um das Kloster herum wird streng von georgischen Soldaten bewacht, da es ebenso von Aserbaidschan beansprucht wird und es hierüber seit 2019 Auseinandersetzungen gibt.

Unser vorerst letzter Aufenthalt in Georgien ist in Mareuli, einem unbedeutenden kleinen Städtchen, das schon in der Nähe der armenischen Grenze liegt. Wir werden auf dem Parkplatz eines Restaurants herzlich aufgenommen und – gegen unseren erbitterten Widerstand – kostenlos mit Getränken und einem Snack willkommen geheißen. Dafür dürfen alle Neugierigen auch einmal unseren Ömmel von innen besichtigen. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Armenien.

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans (Dienstag, 19 Juli 2022 13:59)

    Wie immer sehr beeindruckend.
    Liebe Grüße Hans