Am 30. Juli fahren wir wieder zurück nach Georgien, über Dschawari und Tiflis ganz in den Norden an die russische Grenze. Schon 100 km vor der Grenze stehen die LKWs in langen Schlangen rechts der Fahrbahn. Nach welchem System, also wie und wann die Transporter nach Russland gelangen, konnten wir nicht herausfinden und blieb uns ein Rätsel. Wir haben gehört, dass die Wartezeit auf der georgischen Heerstraße 30 bis 40 Tage betragen soll. Weder auf der Hin- noch auch der Rückreise konnten wir jedenfalls irgendeine Bewegung der tausenden LKWs ausmachen.
Hier an der Georgischen Heerstraße bieten viele Stände Winterkappen aus Schafsfell an. Auf abenteuerlicher Serpentinenstraße mit immer mal wieder abgerutschten und notdürftig gesicherten Fahrbahnteilen und durch unbeleuchtete Tunnel geht es durch die Berge bis nach Kazbegi, wo wir Joschi mit einer Wanderung zum Gveleti Wasserfall für die holprige Fahrt entschädigen.
Georgische Kühe lieben das Verweilen auf der Fahrbahn, vorzugsweise auf Brücken, was immer wieder mal Slalomfahrten im vorsichtigen Schneckentempo nötig macht. Das Miteinander auf der Straße von Tier und Auto funktioniert aber meist reibungslos und man arrangiert sich; und nur manchmal muss mit „tatkräftigem Zureden“ dem Durchfahrwunsch Nachdruck verliehen werden.
Im Kazbegi Nationalpark verbringen wir herrliche Tage in Juta und Joschi darf sich auf dem Chaukhi-Trail wieder als Pathfinder bewähren.
Unsere Leibspeise ist Fahrradsattel-Brot, noch heiß aus dem Spezialofen, köstlicher als das köstlichste Baguette.
Außerdem mögen wir Kinkali und Manti, die es mit den verschiedensten Füllungen auf den Märkten und im Supermarkt zu kaufen gibt.
Vorbei an Gori überlegen wir, ob wir das Stalin-Museum (in Georgien!) besuchen; entscheiden uns dann aber für einen Boykott, da wir die Verherrlichung nicht mit unserem Eintrittsgeld unterstützen und auch nicht mit soviel Stalinverehrern und -verehrerinnen zusammentreffen möchten.
Also geht es weiter über Bordschomi Richtung türkische Grenze. Bei Nick und George in Atskuri stehen wir im Gemüsegarten und die ganze Familie besichtigt unser Gefährt. Leider lassen uns alle wegen einer Beerdigung am nächsten Morgen mit der komplizierten strombetriebenen Wasserversorgung allein und so müssen wir mit fast leerem Wassertank weiterziehen. Unterwegs fällt dann auch noch die Wasserpumpe aus und Klaus muss mal wieder an die Arbeit.
Apropos Arbeit: Sollte jemand denken, wir befinden uns im Urlaub, so liegt der oder diejenige falsch. Wir sind auf Reisen und haben genau wie andere daheimgebliebene Rentner_innen auch unseren Alltag. Wir müssen Putzen, Kochen, Aufräumen, Spülen, Waschen, Reparieren, Einkaufen, Gassigehen, „Papierkram“ erledigen, um Problem(chen) zu Hause kümmern, Geldwechseln, Simkarten kaufen, Mautsysteme verstehen, Fahren, Tanken, Ver- und Entsorgen, Stellplätze suchen, Routen planen, usw. usf. … Was wir halt noch zusätzlich haben: viele nette Menschen um uns herum, Gastfreundschaft, Herzlichkeit, Sonne satt (viel zu viel), Meer und schöne Landschaften, fremde kulinarische Genüsse, viel zu sehen, viel zu erleben und viel zu erfahren.
Georgien schließen wir mit einem Aufenthalt in Vardzia ab, genießen noch einmal die dortige fantastische Landschaft auf einem perfekt gelegenen Stellplatz, besichtigen die Höhlenstadt aus dem 12. Jhdt. und freuen uns dann wieder auf die Türkei.
Attention: 2 Bildergalerien!
und weiter gehts ...























































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