Schwarzes Meer, 6.-16.8.

Bei Türkgözü fahren wir problemlos über die Grenze wieder in die Türkei. Gleich hinter der Grenze stehen nun auf der Gegenfahrbahn in Richtung Georgien die LKWs viele Kilometer lang in der Schlange. Über Ardahan geht es durch das Pontische Gebirge, das sich weit im Norden entlang des Schwarzen Meeres zieht. Vor Savsat finden wir hier in den Bergen einen fabelhaften Platz mit fantastischer Aussicht. Die Bergwiesen begeistern uns mit einer farbenprächtigen Vielfalt an blühenden Pflanzen und in der Nacht hören wir Braunbären in der Nähe, die aber glücklicherweise keine weiteres Interesse an uns zeigen.

 

Weiter geht es dann über Artvin in Richtung Küste. Die Fahrt entlang am Schwarzen Meer ist nicht sehr aufregend und führt uns vorbei an kleineren und größeren Touristenorten. Die Straße ist gesäumt mit Plakaten: regionale Politiker, Erdogan, Atatürk und immer wieder und überall die türkische Fahne. Schöne Ausblicke auf die Küste wechseln sich ab mit Hotelkomplexen aus Beton, in denen jetzt in der Ferienzeit viele Türk:innen Urlaub machen. Im August ist Haselnuss-Erntezeit und so werden überall entlang der Küste die Nüsse am Straßenrand getrocknet und zum Verkauf angeboten. Die Türkei ist der größte Haselnussexporteur der Welt und hier am Schwarzen Meer herrschen durch das ausgewogene Klima die günstigsten Bedingungen für den Anbau der „Findik“. Und Haselnuss ist nicht gleich Haselnuss, es gibt 16 verschiedene Sorten!

Wir besuchen das kleine Fischerörtchen Tirebolu und genießen dann wieder bei Aziziye einige Tage Strand.

In Sinop legen wir einen weiteren Stopp ein und versorgen uns auf dem Markt in Catalzeytin mit frischem Obst und Gemüse.

Zwischen Kayran und Doganyurt stehen wir in einer kleinen versteckten Bucht, nachts völlig allein und tagsüber zwischen picknickenden Familien, die uns immer mal wieder mit Cay und kleinen Leckereien versorgen. Da die Türk:innen aus unerfindlichen Gründen den Kontakt zu den vielerorts bereitstehenden Containern gern vermeiden, werden dann am Ende des Tages Teile des Mülls entweder einfach liegengelassen oder an Ort und Stelle direkt verbrannt. Das Herz hat uns oft geblutet, wenn wir die eigentlich wunderschönen Strände und Landschaften so vermüllt sahen.

Ein von Urlaubenden sehr gut besuchter Ort ist Asmara, der dennoch seinen ursprünglichen Fischerort-Charakter nicht verloren hat. Hier schlendern wir durch die Gassen und erstehen wir einen kleinen Kemal Atatürk für unser Armaturenbrett, abends gibt’s ein Konzert mit türkischer Schlagermusik und in der Nacht ein heftiges Gewitter, das die Bucht in gespentisches Licht taucht.

 

In Sakarya geht’s mit dem Ömmel wieder einmal zum Autodoktor. Es gibt neue Lenkköpfe und alle Filter und das Öl werden ausgewechselt unter den strengen Blicken von Klaus, der sich auch zeitweise genötigt sieht, mit Hand anzulegen, nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Mittags sitzen wir mit den Mitarbeitern in der Kantine und werden mitverköstigt, die Mama versorgt uns alle halbe Stunde mit Cay und in der Werkstatt herrscht eine freundliche familiäre Atmosphäre. Frisch saniert geht’s weiter.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Holger (Freitag, 07 Oktober 2022 13:06)

    Hallo ihr lieben
    Schön wieder etwas von euch zu lesen und zu sehen
    Hochinteressant eure Beschreibungen und super Bilder
    Wir hoffen ihr kommt gut weiter
    Wir wünschen euch weiterhin eine gute Reise mit weiteren tollen Eindrücken

  • #2

    Heike Krüger (Dienstag, 11 Oktober 2022 12:39)

    Voll neidisch, es ist so toll euren Erlebnissen beizuwohnen