Ägäis und Chalkidiki, 19.9.-15.10.

Über die Grenze nach Griechenland sind wir schwuppdiwupp. Am Zoll ist es dunkel und wird heute nicht gearbeitet. D.h. es interessiert sich überhaupt niemand für uns und unsere eventuell 10 geschmuggelten Afghaninnen.

In Alexandroupoli muss leider eine Zahnarztpraxis ausprobiert werden. Supermodern, perfekt ausgestattet mit neuester Technik, warmherziger, zugewandter und sehr kompetenter Zahnarzt und außerordentlich freundliches Praxisteam. Behandlung incl. 2 x Röntgen 20 Euro. Wie geht das nur?

Auf Chalkidiki genießen wir an einigen schönen Stränden noch den Spätsommer. Am schönen Beach bei Asprovalta bleiben wir etwas länger, lernen zwei nette deutsche Reisende kennen, chillen, spielen, trinken Metaxa, reparieren und waschen Wäsche, gehen tagsüber baden und am Abend im Ort essen oder werden vom fahrenden Händler mit Melonen versorgt. Hier gefällt es nicht nur uns, sondern auch einer Sorte dornenbewehrter Bodendeckerbiester, die uns in einer Woche insgesamt 5 Löcher in unseren Fahrradreifen beschert und mehrere Flickereien notwendig macht.

Weiter geht es dann auf das zweite Zipfelchen von Chalkidiki an den Strand von Ammouda, in dessen Örtchen leider auch wieder ein Zahnarztbesuch notwendig wird. Warum nur haben Menschen keine automatische Zahnerneuerung, wie sie bei Haien der Fall ist?

Von hier aus machen wir mit Petra und Heinz gemeinsam einen Bootsausflug. Joschilein mit Schwimmweste gesichert, schippert uns Kapitän Klaus gekonnt um Diaporos Island mit seinen wunderbaren Buchten und Lagunen im türkisblauen Meer.

Von unserem Strandplatz aus haben wir hier den besten Blick auf den Berg Athos. Um den Berg herum befindet sich die Mönchsrepublik Athos, halbautonom, zwar zu Griechenland zugehörig, aber mit eigener Regierung (ähnlich wie der Vatikan). Zu dessen jahrhundertealten Klöstern mit seinen ca. 2.000 nach strengen Regeln lebenden Mönchen bekommen täglich bis zu zehn Ausländer Zutritt. Frauen haben keinen Zugang. Vom Wasser aus dürfen sich Boote und Schiffe mit Frauen an Bord nur bis zu 500 m der Mönchsrepublik nähern. 

Ums Zipfelchen rum, lassen wir dann das dritte links liegen und fahren durch eine mit Bienenstöcken gespickte Landschaft nach Thessaloniki, wo einige Besorgungen zu erledigen sind.

 

In Thessalien ist gerade die Baumwollernte vorbei und die Felder sind gerade abgeerntet. Gerne hätten wir dabei zugeschaut, aber nun sind nur noch gelegentlich Laster unterwegs, die mit ihrer weichen wolligen Pracht auf dem Weg in die Produktionsstätten sind. Entlang der Straßen zeugen nur noch Reste der weißen Flöckchen von der Erntezeit.

Nächste Station: Meteora, deren Klöster zum Weltkulturerbe zählen. Von den ursprünglich 24 Meteora-Klöstern sind heute noch 6 bewohnt und zu besichtigen. Sie befinden sich in einer avatarähnlichen Landschaft auf den hohen Gipfeln bizarrer Sandsteinfelsen. Der Name „Meteora“ bedeutet so viel wie „schwebend“. Und so sehen die Klosteranlagen auch manchmal aus, wenn der Nebel die Felsen umhüllt. Nach ihrer aufwändigen Restaurierung zeugen die Klöster heute von der unglaublichen Macht und des großen Reichtums des damaligen Klerus. Joschi muss zu Hause bleiben und damit die heutigen Mönche nicht auf dumme Gedanken kommen, dürfen Touristinnen die Anlagen nur mit einem großen Tuch oder Sarong über den mit langen Hosen bedeckten Beinen betreten. Unsere Haare sind diesmal kein Problem – nun, wenns hilft …?

Über Arkitsa geht es dann weiter in die Hauptstadt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marianne (Samstag, 22 Oktober 2022 20:43)

    Hallo ihr Weltenbummler, eigentlich habe ich heute keine Zeit für Entdecker-Reisen, aber wenn man einmal angefangen hat, kann man kaum aufhören. Das ist ja so schön, was ihr alles sehen und erleben konntet. Frauenfeindlichkeit (Klöster) ist für mich ein Unding, aber da hättet ihr für mich auch Abhilfe gehabt mit 12jährigem Metaxa. Noch viele schöne Wochen bis es dann nach Darmstadt geht, wo es ungemütlich sein kann. Bleibt gesund und genießt alles was euch gefällt.
    Liebe Grüße Marianne