Bella Italia 25. Sept. - 10. Okt.
In Italien finden wir in Sanremo ein Plätzchen direkt am Meer, für norditalienische Strandverhältnisse nicht das schlechteste.
In Lucca ist leider „unser“ Stellplatz von Schaustellern des Herbstrummels belegt. Wir wandern dort durch die Reihen der kuriosesten Ein- und Mehrfamilienhäuser auf Rädern mit Terrassen, Balkonen und Erkern, aus- und einziehbaren zusätzlichen Zimmern, Waschräumen und und … Hier fehlen nur noch Vorgärten mit Gemüseanbau oder Rasenflächen.
Wir finden in der Nähe eine andere Parkmöglichkeit und schlendern durch Lucca, das immer noch seinen Charme hat und immer noch so schön ist, wie wir es in Erinnerung hatten und stärken uns essenstechnisch in der besten Pizzeria Italiens.
Nach einem Aufenthalt in Citta di Castello stehen wir in Mondolfo am Friedhof und warten auf Ronja und Yasser, mit denen wir uns treffen wollen. Die beiden sind seit drei Wochen unterwegs durch den Balkan bis Griechenland und fahren nun wieder in Richtung Heimat.
In Mondolfo ist an diesem Wochenende ein Straßenfest mit Essen, Trinken, diversen Ständchen und Musik. Wir lassen es uns gut gehen und testen einige italienische kulinarische Angebote und wundern uns auf dem Fest über acht verschiedene Container zur Mülltrennung. Und wir dachten, wenigstens hierbei sind die Deutschen Weltmeister.
Am nächsten Tag gehts mit der kleinen Wilma und dem dicken Theowald nach San Leo. Dort finden wir ein schönes Fleckchen auf einem Hügel mit Blick auf San Marino und genießen die schöne Aussicht und eine Wanderung über die angrenzenden kleinen Berge.
Da San Marino aus der Ferne doch ganz nett aussieht, wollen wir uns die Sache aus der Nähe ansehen. San Marino hat ein sehr großes Angebot an riesigen Parkplätzen für Besuchende.
Mit der Seilbahn fahren wir hinauf in die Altstadt. Wie es der Zufall will sind gerade heute, am 01. Oktober die Feierlichkeiten zur Vereidigungszeremonie der neuen „Capitani Regenti“. Alle halbe Jahre werden dort zwei Staatsoberhäupter neu gewählt – San Marino ist angeblich die älteste Republik der Welt und hat seine eigene Regierung. Die ganze Stadt und viele weitere Schaulustige sind auf den Beinen und begleiten die Neugewählten nach der Zeremonie im Rathaus mit viel Pomp und Getöse durch die Stadt.
Am nächsten Morgen in aller Frühe müssen wir uns leider schon von Ronja und Yasser verabschieden, auf die wieder ihre Arbeit in Berlin wartet. (Das Rentendasein hat, von den Mühen des Alters und zunehmenden Zipperlein einmal abgesehen, doch auch schon unbestreitbar seine Vorteile).
In L’Aquila kann man noch heute die große Zerstörung des Erdbebens von vor 15 Jahren erahnen. Noch immer gibt es nicht wiederaufgebaute Gebäude, die teilweise bis zur Restaurierung gesichert werden müssen.
Wir besichtigen den Brunnen der 99 Wasserspeier (wobei wir aber nur 98 zählen konnten!), die sehr beeindruckende Basilica San Bernadino, die große Piazza mit der Kathedrale und spazieren durch die Fußgängerzonen mit ihren prächtigen restaurierten Gebäuden.
Die Fahrt zum Campo Imperatore, wo Mussolini 1943 nur kurz gefangengehalten wurde, bevor ihn die Deutschen wieder befreiten, führt uns auf ein eigentlich beeindruckendes Plateau, von dem wir aber aufgrund der Wetterverhältnisse nicht viel zu sehen bekommen. Es regnet und ist sehr verhangen. Oben angekommen, auf etwa 2000 m ist es so kalt, dass wir es wie japanische Reisende machen: aussteigen, kurz ablaufen, Foto machen, einsteigen, wieder wegfahren. Und dabei darauf achten, dass einem Füße und vor allem Hände nicht erfrieren.
Der Sommer ist vorbei und viele Wintersportorte bereiten sich hier in dieser Region auf die neue Skisaison vor.
Wir hatten uns sehr auf die Abbruzzen gefreut, aber sie wettermäßig leider nicht genügend erkunden und genießen können.
So geht es schnell wieder tiefer bis nach Celano. Wir stehen auf einem Wanderparkplatz am Eingang zur Schlucht Gole di Celano. Eine herrliche Wanderung von ca. 10 km, meist steil bergauf, bis zum Kloster San Marco. Natürlich stiefelt Familie Bachofer-Ehlers wieder einmal ohne Proviant los, so dass wir unterwegs von italienischen Wanderern vor Unterzuckerung gerettet werden müssen. Am Ende gibt’s aber wenigstens klares Bergwasser.
Auf dem Rückweg kommt es schon wieder nass von oben, so dass das Klettern über die nunmehr nassen Felsen eine kleine Herausforderung ist – selbst für unsere Bergziege Joschi.
In Sulmona bestaunen wir ein altes Äquiadukt, schlendern durch die engen Gassen und genießen italienisches Eis der Extraklasse.
Es folgt Pacentro, ein süßes kleines uraltes Bergdörflein. Es ist der Tag der Prozession, der sich am Morgen mit kräftigen Donnerschlägen ankündigt. Angsthase Joschi fährt der Schreck so in die Glieder, dass er zu uns ins Bett hüpft und zitternd um die Gnade des Unterschlupfs bittet. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt haben, machen wir uns mit der Gendarmerie-Kapelle auf zum Dorfplatz. Nach der Messe wird die heilige Maria mit Sohnemann, beide mit blondgelockter Perücke, nach draußen und durchs Dorf getragen.
Sehenswert ist auch die angeblich älteste Burg der Abbruzzen, von der aus man einen herrlichen Blick über Pacentro hat und wo man sich in einem der Gemächer küssen muss.
Übrigens: Wenn wir keinen Bock mehr haben, fährt auch manchmal Joschi ein Stück. Er hat zwar seinen Führerschein auf dem Jahrmarkt gemacht, fährt aber trotzdem ganz gut.
Über Pecchi gibt’s nicht viel zu berichten. Ein kleines verschlafenes Touristennest. Wir fahren weiter.
In Molinella, kurz vor Vieste, gönnen wir uns 2 Tage am Sandstrand. Auch hier ist die Saison zu Ende und wir haben die Bucht fast für uns alleine, obwohl der Campingplatz gerammelt voll ist. Die Camper stehen wie die Sardinen und nur die wenigsten lassen sich am Strand sehen. Gut für uns. Wie schön, dass die Reisegeschmäcker so verschieden sind.
Vom Baia di Molinella geht’s nach Bari. Hier werden wir sehr überrascht. Baris Altstadt ist wirklich sehenswert. Wir sind von dem Charme, der Atmosphäre und der Schönheit der Gassen und Häuser fasziniert. So viel authentisches Leben am Abend in goldgelbes Licht getaucht. Auf dem großen Platz Restaurants und Kneipen, Künstler, Verkäufer und Wahrsager und alles so leicht, so Sommer!
Wir erleben nur diesen einen wunderschönen Abend, da am nächsten Morgen unsere Fähre nach Dubrovnik geht. Bari, wir kommen noch mal wieder!































































































































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