Georgien II, 21. - 30. Mai '25

Georgien, 21. - 30. Mai

Zurück in Tiflis stehen auf dem Platz an der Kathedrale noch immer einige, die auch auf Visa oder andere Unterlagen warten. Wir lassen uns im Homekitchen nochmal kulinarisch verwöhnen, schlendern nochmal durch die Stadt und besuchen den Brückenflohmarkt. Die Windschutzscheibe wird ausgetauscht und wir können unser Carnet de Passage bei DHL abholen. Aber die Lieferung der Visa verzögert sich, eine gebrochene Zahnkrone erfordert einen Besuch in der Zahnklinik und noch Dies und Das verhindern weiter unsere Reise nach Russland. Auf Einladung von Ronja gehen wir noch ins gemütliche Szenelokal „Sofia Melnikova´s in der Altstadt essen.

 

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, beschließen wir einen Besuch im Vashlovani Nationalpark im Osten des Landes, nahe der aserbaidschanischen Grenze. Unterwegs treffen wir noch Mariano im Supermarkt, einen Overlander, den wir schon mehrere Jahre auf Youtube begleiten. Die Welt ist doch ganz schön klein.

Das Reservat Vashlovani wurde bereits 1935 gegründet. Eine Besonderheit sind die wilden Pistazienbäume, die angeblich während der Blüte wie Apfelbäume aussehen. Hiervon hat der Park auch seinen Namen erhalten: Vashlovani heißt so viel wie „Apfelgarten“. Nachdem wir uns eine Aufenthaltserlaubnis besorgt und den Einritt bezahlt haben, machen wir uns auf, den Park zu erkunden. Zuerst kommen wir am verlassenen Shiraki Military Airfield vorbei, in den 50er Jahren von den Sowjets errichtet und Anfang der 90er dann verlassen. Diesen Flugplatz mit unzähligen Hangars holt sich die Natur nun sukzessive wieder zurück.

 

Die Wege in dem Reservat sind eine Herausforderung, für Theowald und für uns. Zuerst über holprige, schlaglochübersäte Schotterpisten geht’s auf Feldwege mit ausgewaschenen Passagen und weggebrochenen Stellen, steile Erhöhungen, Schlammlöchern und ausgetrocknete Flussbetten. Auch die Astsäge kommt zum Einsatz. Wir sind von wirklicher Wildniss umgeben, ziemlich allein auf weiter Flur mit Giftschlangen, Bären, Wölfen, Gazellen und dem kaukasischen Leopard. Keinen davon haben wir – je nachdem leider oder Göttinseidank - gesichtet und nach anstrengenden Fahrten (6 Std für 40 km), aber auch einzigartigen Ausblicken über die faszinierende Landschaft bis hinüber nach Aserbaidschan, verlassen wir nach drei Tagen den Nationalpark und fahren für unsere Erledigungen wieder nach Tiflis zurück.

In Tiflis Visa eingepackt, neue Zahnkrone eingesetzt, nochmal Wäsche und Theowald gewaschen und nix wie weg in den Kaukasus und Richtung Russland. Bei Gudauri am Denkmal der 200-jährigen georgisch-russischen Freundschaft vorbei und in Stepanzminda die restlichen Lari in Rubel getauscht und noch Dollar und Rubel abgehoben, da man in den künftigen Ländern wohl nicht mehr so leicht mit Karte bezahlen kann.

Über den Kreuzpass und nach einigen Schlaglochpisten verbringen wir kurz vor der Grenze eine letzte Nacht in Georgien. Am nächsten Tag geht’s durch die letzten Tunnel und die letzten Pass-Kilometer an der LKW-Schlange und dem Autofriedhof vorbei, bis wir selbst im Stau stehen. Wie es dann an der Grenze mit unserer Reise weiterging, erfahrt ihr das nächste Mal.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0