Wie erwartet, kommen wir mit unseren Drohnen ohne Probleme über die Grenze und diese bleiben auch für den gesamten Aufenthalt in ihrem Versteck. Die Formalitäten auf der tadschikischen Seite waren sehr schnell erledigt und haben auf der usbekischen auch nur ca. zwei Stunden gebraucht, bis es wieder hieß: „Welcome in Usbekistan“.
Nach Samarkand sind es von der Grenze nur 40 km, bis wir ankommen ist es aber doch schon dunkel. Wir fahren am Registan vorbei und sind schon mal von der abendlichen Beleuchtung der drei Medresen geflasht. An einem Park finden wir einen tollen Stellplatz. Samarkand ist eine der ältesten Städte der Welt und war ein bedeutender Knotenpunkt auf der Seidenstraße.
Am nächsten Morgen machen wir uns sogleich auf zum Registan. Der Registanplatz ist einer der bedeutendsten historischen Orte in Mittlasien und war jahrhundertelang ein öffentlicher Platz auf dem Feiern, öffentliche Proklamationen, Bazare und Hinrichtungen stattfanden. An ihm befinden sich drei Koranschulen aus dem 15. und 17. Jhdt.: die Ulugbek-Medrese, die Tillakori-Medrese und die Scherdor-Medrese und dieses Ensemble aus dem 15. Bis 17. Jhdt. ist ziemlich außergewöhnlich. Die Medresen haben jeweils noch Innenhöfe, die weitere prächtige Bauten beherbergen.
Die Möglichkeit, einen Turm der Ulugbek-Medrese zu besteigen, lassen wir uns nicht nehmen. Es ist ziemlich eng und hoch und wir sind froh, dass wir nicht noch dicker sind und es ist gut, dass wir erst hinterher gesehen haben, wie schief sich dieser Turm schon geneigt hat.
Die Besichtigung des Platzes ist ein absolutes Wow-Erlebnis. Wir hatten gar nicht viel erwartet, weil wir annahmen, dass es touristisch überfüllt und zu kommerzialisiert ist. Doch obwohl dieser Platz Menschen aus aller Welt anzieht, haben diese sich auf dem großen Terrain so verteilt, dass wir uns alles in Ruhe ansehen und die faszinierende Pracht sorgfältigster Restauration auf uns wirken lassen können.
Auf dem Stellplatz am Park gibt es eine Wasserstelle, wo sich den ganzen Tag Tanklaster bedienen. Wo sie damit hinfahren, wissen wir nicht. Aber oft sehen wir, dass damit die Straßen bewässert werden gegen den ewigen Staub. Manchmal läuft das Wasser mit großem Druck aus der Anlage ins Leere, bevor sich der nächste Laster darunterstellt. Außerdem werden zweimal am Tag die Rasenflächen durch eine Sprinkleranlage bewässert. Ein Wasserproblem scheint es also hier nicht zu geben.
Und die üblichen Putzkolonnen kehren mit ihren Reisigbesen den Staub, Sand und Laub von den Gehwegen.
Wenn es dunkel wird, ist der Registan wunderbar beleuchtet und jeden Abend findet eine beeindruckende Lichtshow am Registan und auf den Fassaden der Madresen statt, in der die Geschichte Samarkands filmisch erzählt wird
Wir bleiben ein paar Tage in der Stadt und schauen uns u.a. das Shahi-Sinda-Ensemble, die Bibi-Khanum-Moschee und den Bauernmarkt an.
Als nächstes zieht es uns zu einem Guesthouse bei Taschkent mit Swimingpool. Leider kommen wir dort mit unserem dicken Theowald nicht unter der Gasleitung durch und übernachten vor dem Guesthouse. Swimingpool, Dusche und Waschmaschine werden aber trotzdem ausprobiert. Weil wir nicht reinkommen, landen wir am nächsten Tag da, wo alle Overlander einmal landen: Beim Weingut Uzumfermer.
Der „Swimingpool“ lässt hier zu wünschen übrig, aber dafür ist das Essen großartig.
Nochmal verbringen wir zwei Tage in Samarkand. Der Turm der Tilya-Kori-Medrese hat sein Gerüst verloren und erstrahlt in neuem Glanz und wir besuchen noch das Gur-Emir-Mausoleum. Bevor wir weiterfahren erhalten wir noch Besuch von drei süßen kleinen Schwestern, die unser Zuhause genau inspizieren.
In der Bergregion Nurata und in der Sarmyschsay-Schlucht gibt es mit der größten Sammlung an Pertroglyphen eine Kunstgalerie der besonderen Art.
An den Klippen zu beiden Seiten des Tals machen wir uns auf die Suche nach den Felszeichnungen aus der Bronzezeit, die auf ein Alter von ungefähr 10.000 vChr geschätzt werden.
Das nächste Highlight an der Seidenstraße heißt Buchara. Auch hier zählt die Altstadt mit ihren vielen Medresen und Moscheen zum Weltkulturerbe und wir stehen direkt wieder sehr zentral an der Festungsmauer des Ark.
Nach der Sightseeintour entdecken wir das perfekte Restaurant für uns: Mitten in der Altstadt, an einem kleinen See mit Wasserfontainen. Essen ist ja schließlich auch Kultur.
In einem Stahlverarbeitungsunternehmen lassen wir uns neue Schienen für die Halterung der Staukästen fertigen. Außerdem zwei Leisten, um einen Staukasten zu flicken, der meinte, kaputtgehen zu müssen. Dazu lassen wir uns einen halben Tag von einem Fahrer durch Buchara von Firma zu Firma chauffieren. Wir mit unseren Stahlleisten und das Dach mit Wellblech beladen für einen anderen Kunden geht’s dann irgendwann wieder zurück.
Zur Belohnung stärken wir uns am Abend wieder mit einer Soljanka in unserem Lieblingsrestaurant. Dort lernen wir auch Maxim und Lena kennen, zwei nette Menschen aus dem tiefen Osten Russlands.
Buchara ist mit der Restauration seiner vielen historischen Gebäude und Plätze noch lange nicht fertig und wir bewundern den Fleiß der Arbeiter trotz Hitze mit Temperaturen bis an die 40 Grad.
Fürs Glück für die Weiterreise lassen wir am letzten Abend noch am Registan einen Ballon steigen, der den Turm (von dem früher Deliquenten ihre letzte Reise antraten) noch anstupst und dann in den Himmel steigt. Das ist ein sehr gutes Omen!
Wir fahren am Rande der Wüste weiter gen Osten und erreichen mit der Oasenstadt Chiwa, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, die letzte bedeutende historische Stätte Usbekistans.
Der Stadtkern Chiwas, Ichan Qal’a, steht ebenfalls unter Schutz der Unesco und ist aufwändigst und sorgfältig restauriert. Es wirkt mit seiner unwirklichen Schönheit wie ein Disneyland aus dem Morgenland. Dennoch empfinden wir die prächtigen Gebäude auf den großen Plätzen und in den kleinen Gassen als authentisch und sind wieder mal überwältigt. Besonders nachts, wenn alles in ein geheimnisvolles Licht getaucht ist, zeigt es uns den Zauber von 1001 Nacht.
Abends gehen wir mit Blick über die Stadt essen, tagsüber wagen wir uns nur vormittags und ab spätem Nachmittag vor die Tür. Ansonsten ist die Hitze immer noch schwer zu ertragen. Nichtsdestrotrotz werden auch hier in Chiwa die usbekischen Fellmützen verkauft und sorgen für viel Belustigung.
Nach dieser letzten Etappe in Usbekistan ist unser nächstes Ziel wieder mal eine Grenze. Es geht an den 600 km entfernten Grenzübergang zu Kasachstan. Blöd nur, dass der Grenzübergang für private Fahrzeuge gesperrt ist. Wir wollen es trotzdem versuchen, da ein Overlander mit sehr großem LKW es vor einigen Tagen geschafft hat. Für Liefer-LKWs ist die Grenze nämlich geöffnet. Falls das Vorhaben misslingen sollte, hieße es 3.000 km Umweg über Taschkent. Ob Fortuna uns gesonnen ist oder nicht, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag.

























































































































































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Heinz&Petra (Montag, 06 Oktober 2025 17:14)
So wunderbare Eindrücke/ Fotos Eurer Reise!
In Gedanken sind wir dabei. Toll, was Ihr so seht und erlebt!!!
Liebe Grüße, bleibt gesund, neugierig und genießt jeden Augenblick
Ronja (Dienstag, 07 Oktober 2025 07:41)
Das sieht ja wirklich bezaubernd aus. Wie muss das erst sein, wenn man vor diesen Bauten steht? Danke, dass ihr uns durch eure Berichte daran teilhaben lasst. Ich erfreue mich so an euren Erlebnissen!
Joschi taucht auf den Bildern kaum auf. War es schwierig, ihn mitzunehmen?
Lasst es euch gutgehen und bleibt gesund! :)
Ronja
Heike (Freitag, 17 Oktober 2025 10:05)
So tolle Bilder, nicht anders als Dokus im Fernsehen, es ist so schön euch zu begleiten, hab die Blogs meinen Eltern gezeigt, denn sie haben auch eine Reise auf der Seidenstraße unternommen und auch diese Länder besucht. Lasst es euch weiterhin gut gehen, Grüße auch an Joshi, top zu sehen wie viel Spaß er hat