An der russischen Grenze angekommen, geraten wir leider an einen Beamten, der sichtliche Freude an der Schikane hat und uns alle Staukästen und Garage leeren lässt.
Das kostet zwar Zeit und Mühe, aber alles ist soweit korrekt. Das wirkliche Herzschlagfinale beginnt dann bei dem Versuch, zur georgischen Grenze vorzudringen. Man muss wissen, dass es nur einen Weg durch zwei finstere Tunnels dahin gibt und dass Unmengen von LKWs das gleiche Ziel haben und auf der anderen Seite Unmengen von LKWs an die russische Grenze wollen. Eingeklemmt mit all den Fahrzeugen in einem finsteren unbelüfteten Tunnel, ohne Vor und ohne Zurück, ist nichts für klaustrophobische Menschen.
An ein zivilisiertes Vorankommen war nicht zu denken und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns an das rücksichtlose und rüpelhafte Verhalten anpassen. Was dazu führte, dass wir fast in eine Schlägerei verwickelt wurden.
Irgendwie haben wir es geschafft und sind mitten in der Nacht dann doch noch in Georgien gelandet.
Kurz vor Tiflis und glücklicherweise in der Nähe „unserer“ Werkstatt bemerken wir, dass das Auspuffrohr eingerissen ist. Also ab zum Mercedes-Truck-Service, wo das Corpus delicti geflickt, bzw. geschweißt werden kann. Wenn wir schon da sind, wird noch der Kupplungsgeber gewechselt, und ebenso Öl- und Filter-Wechsel.
Wir stehen ein paar Tage wieder auf unserem Stammplatz in Tiflis, machen Besorgungen, lassen Wäsche waschen, kaufen am Lieblingsstand ein und lassen uns kulinarisch im Homekitchen verwöhnen; außerdem ist noch ein Besuch beim Zahnarzt meines Vertrauens fällig.
Nach einem kurzen Abstecher im Bordschomi-NP, wird noch für die letzten Lari eingekauft und dann fahren wir wieder durch die Türkei, an Kars mit seiner Festung vorbei und in den kurdischen Teil des Landes.
Ein Aufenthalt am nördlichen Ufer des Van Sees muss sein. Nette Kurden kommen mit ihrem Trecker vorbei und verwöhnen uns mit Essen und einer Melone. Noch ein paar Tage an unserem Traumplatz am südlichen Ufer und ein Besuch des Botan Canyon in der Region Siirt folgen.
In Sirnak versuchen wir ein Blinkerrelais zu bekommen, da wir seit einiger Zeit nur noch mit Warnblinker abbiegen. Da ein Ersatz nicht aufzufinden ist, versucht ein netter Elektroniker unser Relais zu reparieren. Fast zwei Stunden ist er am Löten und rumprobieren. Während dieser Zeit bringt uns eine Werkstatt von nebenan Stühle, Tee und Wasser. Die Hilfsbereitschaft hier in Kurdistan ist unbeschreiblich und sogar noch etwas herzlicher und ausgeprägter als in der sowieso gastfreundlichen und warmherzigen Türkei.
Bald fahren wir am Grenzzaun des Tigris entlang und nehmen Kurs auf die kurdische Grenze des Irak und damit auf die arabische Halbinsel.
Fast drei Wochen haben wir uns für die Fahrt von Russland bis hierher Zeit gelassen; eine kleine Verschnaufpause, bevor wir wieder ganz neue Gefilde erkunden.











































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Ronja (Sonntag, 26 Oktober 2025 12:41)
Gut, dass ihr es wieder sicher nach Georgien geschafft habt. Ist der Blinker denn nun repariert oder hat er es nicht geschafft?