Vereinigte Arabische Emirate, 6. - 12. Nov

Mit den nötigen Papieren geht’s in der Frühe wieder an die Grenzstation und wir reisen ohne Probleme aus dem KSA aus. An der Emirate-Border treffen wir wieder auf Sylvia und Dirk und ihre Reisetruppe. Glücklicherweise können wir vor der 14 Fahrzeuge umfassenden Gruppe einreisen und das gestern hart erkämpfte und absolut notwendige Papier will natürlich keiner sehen. Aber was solls. Wir haben‘s geschafft.

 

Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus insgsamt sieben Emiraten, die größten davon Abu Dhabi und Dubai. In den Emiraten wohnen ca. 11 Millionen Menschen, die meisten davon Arbeitsmigranten aus Süd- und Südostasien, ein kleiner aber zunehmender Teil aus afrikanischen Ländern, besonders Äthiopien und Ägypten.

 

Wir finden eine kleine Strandbucht bei Al Hamra. Nachdem wir am nächsten Morgen vom Baden im Meer zurückkommen, wurde Theowald bereits von der Flut erwischt und wir müssen uns etwas weiter vom Wasser positionieren. Am Nachmittag kommen uns Sylvia, Dirk, Karoline und David besuchen, mit denen wir den Rest des Tages mit viel Spaß und Erzählungen über unsere Reiseerlebnisse zubringen.

 

Vor Abu Dhabi kommen wir an riesigen Neubauprojekten mit Einfamilienhäusern vorbei. Abu Dhabi ist die Hauptstadt und das größte und bevölkerungsreichste der sieben arabischen Emirate. Hier finden wir bei der Marina Mall einen Stellplatz und gehen erstmal wieder im Carrefour einkaufen, wo wir endlich auch wieder ein Brot bekommen, das sich auch so nennen darf. Abends schlendern wir an der Promenade entlang und bewundern die Skyline. Die Einheimischen picknicken wie immer zu hunderten und genießen den lauen Abend.

Leider ist es durch einige Promenadenposer und -raser so laut, dass wir um 2 Uhr morgens noch auf den Parkplatz der Mall umziehen, um noch einen Rest Schlaf zu genießen.

Hier in Abu Dhabi mit seinen fast 2 Mio Einwohnern – wobei auch hier der größte Anteil Expats sind – ist wieder alles sehr luxuriös, picobello sauber, mit breiten Straßen und großzügigen und schön gestalteten Parkflächen mit Golfrasen. Der Verkehr ist defensiv und zivilisiert und es gibt sogar einen Fahrradweg.

 

Auf dem Weg nach Dubai übernachten wir auf einem riesigen Gelände am Meer, das der campenden einheimischen Bevölkerung gegen Gebühr zur Verfügung steht und für Touris einige Tage kostenfrei ist.

Wir erreichen Dubai und fahren durch die Hochhausschluchten. Die Stadt erscheint noch glamouröser und extravaganter und überall wird gebaut. Einen Platz finden wir mitten im Zentrum auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz.

Wie Abu Dhabi ist auch Dubai sowohl eine Stadt als auch ein Emirat. Hier leben um die vier Millionen Menschen mit einem 85%igen Ausländeranteil.

Wir besuchen die Dubai Mall mit Wasserfall und Eisbahn, den Souk Al Bahar und natürlich dann am Abend den Burj Khalifa.

Das Bauwerk ist seit 2008 mit 828 Metern und 163 Stockwerken das bisher noch höchste Gebäude der Welt und trägt seinen Namen zu Ehren des Präsidenten der VAE, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan.

Abends erstrahlen die Straßen durch ein Meer von Lichtern und Glitzer und über allem thront der nun ebenfalls beleuchtete Burj Khalifa. Dreimal am Abend ist er zusammen mit dem See Kulisse für eine wechselnde Licht- und Musikshow. Auf dem Burj Khalifa Lake tanzen zur Melodie des Songs einzigartig choreografierte Wasserfontänen. Wir finden das poetische Zusammenspiel so faszinierend, dass wir alle drei Aufführungen sehen müssen.

Auch wenn uns die zur Schau getragene Überheblichkeit finanzieller Potenz manchmal abstößt, können wir uns doch aber genauso oft einer gewissen Faszination nicht entziehen.

Manches erscheint zwar dekadent, aber vieles ist auch einfach schön gemacht: kreativ, modern, fantasievoll, ideenreich und geschmackvoll. Es war schon interessant, mal für kurze Zeit in diese Welt einzutauchen, in der der Umsetzung von Ideen scheinbar keine monetären Grenzen gesetzt sind.

 

Genug Aufregung, weiter geht es der Küste entlang ins übernächste Emirat Umm al Quwain, an einen ruhig gelegenen Strand. Nichts Besonderes hier, außer dass einige Kamele ihr kulinarisches Glück in einem Abfallcontainer suchen.

Zum Baden lädt der Strand nicht ein und es geht weiter durch die Dubai-Wüste in das Geisterdorf Al Madam. Es liegt halb im Wüstensand versunken im Emirat Sharjah.

Man erzählt sich, dass das in den 60er Jahren erbaute Dorf schon nach kurzer Zeit von den damals dort lebenden Menschen wieder fluchtartig verlassen wurde.

Die Türen und Fenster standen offen, persönliche Gegenstände lagen verstreut im Dorf umher und der gesamte Nomadenstamm Al Kutbi – für den das Dorf errichtet wurde - war verschwunden. Beim Grund dafür ist man sich uneins. Während einige vermuten, dass die Menschen vor einem Dschinn, einem übernatürlichen Wesen geflohen sind, gibt es auch eine ganz pragmatische Erklärung fehlgeschlagener Siedlungspolitik.

Seit dieser Zeit wird das Dorf jedenfalls nach und nach weiter von der Wüste verschluckt und nur ein paar Touristen und Mystikfans finden noch den Weg dahin.

Wir fahren weiter Richtung Süden und von weitem sehen wir schon die omanischen Berge. In Al Ain haben wir keine Lust auf den Kamelmarkt und sorgen stattdessen in einer Wäscherei wieder für einen Nachschub sauberer Kleidung. Außerdem sammeln wir hier nochmal unsere neuronalen Kräfte für die Borderstation Buraimi, da wir ja wieder irgendwie unseren Joschi über die Grenze in den Oman bekommen müssen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Heike (Freitag, 06 Februar 2026 18:18)

    Einfach nur wow, Mega tolle Bilder, liebe liebe Grüße