An der saudischen Grenze Halat Ammar sind wir schnell abgefertigt und ausgereist. Jordanien braucht etwas länger. Für Joschi interessiert sich niemand, aber da wir ja über Al Mudawara und damit über ein von Touris selten genutzten Übergang einreisen, sind wir eine rare Spezies und das Prozedere zieht sich über einige Stunden hin.
Für die beiden Visa sind ca 60 Euro und für die Autoversicherung 12 Euro zu berappen. Im Irak hat ein Visum bereits 174 € gekostet, deshalb ist das schon mal in Ordnung.
Erstes Highlight ist das mit 6000 qkm größte Wadi Jordaniens und wohl auch das beeindruckendste. Der Wadi Rum ist eine geschützte Wüstenlandschaft, in die man nur mit 4x4 fahren sollte. Felsformationen ragen steil auf in den blauen Himmel und die Sanddünen kontrastieren mit Farben von Ocker bis tief rot am Abend. Am Eingang gibt es ein Besuchszentrum in dem die Tickets für insgesamt fast 50 € (Pers + Auto) pro Tag zu erwerben sind. Wie viele Tage man letztendlich aber bleibt, wird nicht so genau geprüft.
Durchs Dorf Rum, in dem wieder Nomaden sesshaft sind, geht es in eine grandiose Landschaft hinein.
Den Reifenspuren im Sand folgend, finden wir zuerst die Burdah Rock Bridge, ganz oben auf dem Felsen. Wir sind zu faul, um hinaufzusteigen und fahren weiter zu einer kleinen Schlucht, wo es was zum Klettern gibt.
Am späten Nachmittag kommen wir beim Um Frouth Rock Arch an, ein Anziehungspunkt für Tagestouristen. In einer kleinen Hütte werden von Frauen aus dem Dorf handgearbeitete Souvenirs und Tee angeboten.
Unser Privileg ist es, dass wir auch noch hier sind, wenn sich alle Tagestouristen bereits wieder auf den Weg gemacht haben. Wir erleben das Farbspektakel mit der untergehenden Sonne und wie sich mit zunehmender Dunkelheit der Nachthimmel auf die Wüste senkt und alles herum still wird.
Die Khazali Schlucht ist ebenso gut besucht, aber auch hier genießen wir den Sonnenuntergang, nachdem die Touris mit ihren Guides wieder abgefahren sind.
Über das Nomadendorf geht es wieder aus dem Wüsten-Wadi heraus.
Noch einige Tage fahren wir durch die magische Wüstenlandschaft und vorbei an der Filmkulisse French Fortress und dem Bahnhof mit Zug aus dem Film Laurence von Arabien. Mit geringem Reifendruck und ohne Schaufeln hat unser Theowald die Sandpisten perfekt gemeistert.
Nächste Station ist der Touristenmagnet Petra. Die antike Felsenstadt Petra war die Hauptstadt des nabatäischen Königreichs im 3. Jhdt vChr und ist nun eine berühmte archäologische Stätte mit Grabmonumenten und Tempeln, die in die Sandsteinklippen gehauen wurden und bis heute bemerkenswert erhalten sind.
Wir parken direkt am Weltkulturerbe und am nächsten Morgen kaufen wir uns zwei Tickets für 100 € und machen uns mit Joschi (der kostet zum Glück nix) auf den Weg. Den ersten Kilometer wandern wir durch den Siq, eine lange sehr enge Schlucht bis zum Schatzhaus des Pharao, eine in den Fels gebaute monumentale Grabstätte. Der Weg führt uns weiter vorbei an einem Amphitheater, dem großen Tempel und verschiedenen weiteren Mausoleen. Die letzten der insgesamt fast acht Kilometer geht es sehr steil bergauf. Der Anblick auf das Kloster und die Aussicht auf die Umgebung entschädigen uns aber für den mühevollen Aufstieg bei sengender Sonne und eiskaltem Wind.
Nach einem langen ereignisreichen Tag mit einer ordentlichen Wanderung von gut 15 Kilometern und viel Kletterei fallen wir alle drei an diesem Abend früh ins Bett.
Am nächsten Morgen geht es an hunderten Windrädern vorbei durch das Naturschutzgebiet Dana und durch eine Region mit viel Landwirtschaft und Straßenständen zum Toten Meer.
Von Badetemperaturen sind wir jetzt Anfang Februar zwar noch weit entfernt, trotzdem lassen wir uns ein lustiges Bad im Schwebezustand natürlich nicht nehmen.
Über das Tote Meer können wir auf der anderen Seite die Küste Israels und die Shilouette von Jerusalem sehen, leider nur im Dunst. Reisefreunde, die zwei Wochen später hier waren, erzählten von Raketen und Einschlägen, die sie sehen konnten.
In Amman, der Hauptstadt Jordaniens mit seinen fast 5 Mio Einwohnenden, ist unser erstes Ziel mal wieder – na, was? - eine Mercedes-Werkstatt. Immer noch gibt’s Probleme mit der Kupplung und wir fahren ein paar Stunden durch halb Amman, um dann glücklicherweise nochmal in einem gut sortierten Ersatzteillager Kupplungsnehmer und -geber zu erstehen; für einen Bruchteil der Kosten in Deutschland.
Nach weiteren üblichen Service-Maßnahmen und wieder einmal einer Werkstatt-Übernachtung, geht’s weiter in den Waschsalon und dann durch dichten Stadtverkehr hinaus aus Amman.
Wie schon erwähnt, wollen wir vermeiden, durch zu befürchtende kriegerische Auseinandersetzungen Probleme mit der Rückfahrt nach Europa zu bekommen. Immerhin müssen wir noch durch den Irak – die einzige Möglichkeit für uns, mit Theowald den Nahen Osten zu verlassen.
Deshalb ist die Fahrtrichtung nun irakische Grenze. Am einzigen Grenzübergang Al Karama verlassen wir Jordanien, nicht ohne nochmal zur Kasse gebeten zu werden; 45 Jodi für die Ausreise von zwei Personen und für die Ausreise des Autos. Da die jordanischen Grenzbeamten sich nicht durch besonderen Arbeitseifer auszeichnen und wir erst durch die Hilfe von einigen Soldaten weiterkommen, dauert das Ganze wieder ein paar Stunden.
An der irakischen Grenze können wir zwar schon unsere e-Visa (wieder 175 € pP) vorweisen aber dennoch müssen wir ein kilometerweites Zirkeltraining von „Büro“ zu „Büro“ absolvieren, bevor wir nach drei Stunden auf die irakische Seite gelangen.
Wie es ab da weitergeht – das nächste Mal mehr.
















































































































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