Gut in der Türkei angekommen, geht’s weiter durch die Region Sirnak, immer an der syrischen Grenze entlang. Zwei Tage später sind wir nochmal in der schönen Stadt Mardin, wo es wieder viel zu Klettern gibt, bevor man über viele Stufen durch die Altstadt in deren Zentrum gelangt.
Dann geht es weiter über Sanliurfa an den Atatürk-Stausee mit seinen Seekiefer-Wäldern und an riesigen Mandelfeldern vorbei an den Euphrat. Auch hier finden wir zwei herrliche Stellplätze mit Sicht auf den Fluss. Erst als der Kühlschrank wirklich ratzeputz leergefuttert ist, brechen wir wieder auf.
Wir fahren die Mittelmeerküste entlang. Immer öfter scheint die Sonne, die schon eine ziemliche Kraft hat. Ist sie jedoch untergegangen, wird es augenblicklich empfindlich kalt.
In der Provinz Gaziantep ist für die Erdbebenopfer viel neuer Wohnraum entstanden und es wird immer noch kräftig gebaut.
Auf den Feldern wird unter Folie für eine reiche Erdbeerernte gesorgt, deren leckere Früchtchen man jetzt auch schon Mitte Februar vielerorts kaufen kann, während die Mandarinen- und Orangensaison sich ihrem Ende zuneigt. Die meisten Felder sind hier schon abgeerntet. Die Saisonarbeiter leben während ihrer Arbeit in Zeltstätten.
Auf dem Weg nach Adana beginnen die Mandelbäume schon ganz zart mit ihrer Blüte.
In der Annahme, in nächster Zeit von Wüstensanden verschont zu bleiben, geht’s in Karatas mit Theowald in die Waschanlage. So sauber war er schon lange nicht mehr.
Auf dem Campingplatz in Tarsus wird ausgiebigst geduscht und es werden insgesamt fünf Ladungen Wäsche gewaschen. Einen Trockner und viel Sonne gibt’s leider nicht, so dass es erst nach zwei Tagen wieder weitergehen kann.
Unterwegs gibt’s nochmal Gözleme.
Dann geht’s eingedeckt mit Wasser und vollem Kühlschrank nach Denizkent zu einem unserer Lieblingsplätze in der Türkei - ein Pinienhain direkt am Meer. Auf diesem fantastischen Platz kann man es sich richtig gutgehen lassen und wir bleiben eine ganze Woche. Alim kommt jeden Tag mit seiner Ziegenherde vorbei, ab und zu gibt’s einen Plausch mit anderen Campern und dann ist Frühjahrsputz angesagt. Theowald wird innen und außen auf links gedreht. Drei Tage lang machen wir uns auf die Suche nach Hundehaaren und Wollmäusen und alles wird von verstecktem Wüstenstaub befreit, die Fenster geputzt, die Fliegengitter gesäubert und aufgeräumt. Hinterher kann man tatsächlich wieder aus den Fenstern gucken.
Den Geburtstag von Klaus feiern wir noch mit Sylvia und Dirk und dann fahren wir weiter.
Als wir durch Denizyaka fahren, sehen wir leider einige Verwüstungen von Plantagen, die durch einen heftigen Sturm verursacht worden sein müssen. Alles ist in eine Windrichtung gerissen und vielerorts sind die armen Bauern am Wiederaufbau beschäftigt.
Mehr als tausend Kilometer geht es jetzt quer durch die Türkei, am Marmara-Meer vorbei und über Canakkale in Richtung Bulgarien.
Aus der Türkei sind wir schnell draußen und am bulgarischen Grenzübergang bei Malko werden wir ausführlich nach versteckten Migranten gefilzt. Auch nach der Grenze werden wir noch an einigen Kontrollen aufgehalten. In Zarewo am Meer angekommen, bemerken wir, dass wir am Vignette-Automaten an der Grenze einen Umschlag mit Papieren vergessen haben. Also alle 70 km in der Dunkelheit wieder zurück. Der Umschlag liegt noch brav am selben Ort und wir nehmen nochmal einen Anlauf zu unserem Übernachtungsplatz in Zarewo. Tiefer Nebel hüllt uns ein und wir sehen am nächsten Morgen kaum, wo wir gelandet sind.
Zum ersten Mal seit über einem Jahr brauchen wir kein Geld zu tauschen, da Bulgarien am 1. Januar den Euro eingeführt hat. Damit sind wir nicht nur in der EU, sondern auch in Euro-Land.
In Burgas steuern wir als aller erstes einen Ort lang verdrängter Sehnsüchte an: LIDL, ein Stück Heimat und Schokolade und Schinken und Salami und vor allem – Brezeln!
Es ist ziemlich kalt, ein paar Grad über Null. Wir flitzen an Warna vorbei und am Meer entlang. An der letzten Tankstelle vor Rumänien hat sich eine lange Schlange von Sparfüchsen gebildet. Hier tanken wir nochmal für 1,50 €, in Rumänien klettert der Literpreis Diesel wegen des Nahost-Konflikts mittlerweile auf fast 1,80 €. Wir waren nur kurz in Bulgarien, da wir das zweite Mal hier sind. Nun sind wir sehr gespannt auf das für uns völlig unbekannte Rumänien. Das einzige was wir wissen ist, dass Siebenbürgen einmal ziemlich deutsch war und in den Karpaten Graf Dracula sein Unwesen treiben soll. Aber wir sind gerüstet, haben genug Knoblauch an Bord und freuen uns auf das was uns erwartet.











































































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Ronja (Donnerstag, 02 April 2026 22:46)
Wie schön, dass ihr nun schon wieder so nah seid! Tankt aber auch in Rumänien noch mal voll - 1,80 Euro sind ja immer noch 50 Cent günstiger als hier bei uns. :‘)