Über den Grenzfluss Morava fahren wir nach Mähren. Auch Tschechien hat ein Mautsystem für das wir ein Lesegerät brauchen. Dieses OBU bekommen wir nach der Grenze und lassen es auch gleich für die Autobahnen aufladen. Das Gerät ist kostenlos, aber wir bezahlen eine Kaution in Höhe von 100 Euro, die wir bei Ausreise wieder zurückerhalten sollen. Wir müssen uns bei MYTO registrieren und die Mautgebühr durch Tschechien ist dann streckenabhängig.
Außerdem müssen wir uns um etwas Bargeld kümmern, da Tschechien, trotz strikter Westorientierung noch die Krone als Währung hat. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Einführung des Euro, wobei aber auch sehr oft damit bezahlt werden kann.
Von der Slowakei hat sich Tschechien 1993 gütlich getrennt, weil es nach dem Zerfall der Sowjetunion schneller mit der wirtschaftlichen Transformation und Privatisierung vorangehen wollte. Auch heute verfolgt Tschechien im Gegensatz zu seinem Nachbarn einen klar europäischen Weg.
Mikulov ist der nächste Ort nach der Grenze und wir sehen uns deren Altstadt und Burganlage an, bevor es weiter nach Slavonice geht. Die unter Denkmalschutz stehende Stadt beherbergt viele Renaissance-Gebäude in der Altstadt. Auf dem günstig gelegenen Parkplatz probieren wir eine tschechische Suppenwurst aus, die uns nach der Zubereitung buchstäblich um die Ohren fliegt. Mehr Spaß macht dann ein Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt und eine kleine Weinprobe auf dem Marktplatz. Viele Häuser zeichnen sich durch Fake-Fassaden auf dem Giebel aus aber die Kulisse ist wirklich beeindruckend.
In Trebon stehen wir ebenfalls perfekt zwischen der Altstadt und dem angrenzenden See, bevor es nach Budweis geht.
Budweis ist die Hauptstadt Südböhmens, dessen Bier auf eine jahrhundertealte und lange Brautradition zurückblickt.
Weiter geht’s durch wunderschöne Landschaft und jetzt hin und wieder auch mal etwas Sonnenschein, bevor wir nach Cesky Krumlov kommen. Das malerische Örtchen liegt an der vielbesungenen Moldau und beherbergt ein imposantes Schloss aus dem 13. Jh. Seit 1992 ist das historische Stadtzentrum mit seiner fast vollständig erhaltenen Altstadt aus Gotik, Renaissance und Barock Weltkulturerbe. Im Burggraben werden tatsächlich heute noch Braunbären gehalten.
Nach diesem kulturellen Highlight fahren wir dann weiter durch Sumava, den tschechischen Böhmerwald, Richtung deutsche Grenze. Wir haben autotechnisch einiges mit Theowald vor.
Auch Tschechien hat uns gut gefallen. Wir waren, wie in den anderen Balkanstaaten, überrascht über die meist gute Infrastruktur, ausgebaute Straßen und in den Städten sahen wir ein gesellschaftliches Leben, das sich von unserem kaum unterscheidet. Wir haben, besonders in Mähren, eine herrliche Landschaft erlebt, mit naturbelassenen Feldern ohne Flurbereinigung, grünen Wäldern, weichen Hügeln und Wiesen, wo sich die Bäche noch ihre eigenen Wege suchen dürfen.
Und endlich wird die Welt auch wieder grüner und bunter, weil sich jetzt Anfang April langsam aber sicher der Frühling wieder aufmacht.











































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