D+Polen, 9. April - 2. Mai

Deutschland empfängt uns mit Schneeregen. Wir steuern Freyung im Bayrischen Wald an. Dort gibt es mit der Sauna Oase, kurz SOFY, eine Genossenschaft, die es mit bisher 132 Mitglieder und 342 Genossenschaftsanteilen zu je 1.000 Euro geschafft hat, ein Saunaparadies zu errichten. Die nächsten zwei Tage findet man mich zum Aufwärmen nur noch in der SOFY.

Durch den Ort Ort geht es hernach zuerst zum Reifenwechsel nach Mintraching und danach zu unserem Mercedeshändler des Vertrauens in Dachau. Hier hat Theowald vor drei Jahren seine Umrüstung und Grundlage für den Kabinenaufbau bekommen. Jetzt ist nach der langen Fahrt mal wieder eine Grundinspektion, einiges Dies&Das und vor allem der TÜV fällig.

Ich fahre nach München, um unser gestempeltes Carnet de Passage-Heft höchstpersönlich beim ADAC abzugeben. Das Carnet ist ein Zolldokument, das für die Ein- und Ausreise von Theowald in manchen Ländern abgestempelt werden muss. Um die nicht unerhebliche Kaution für das Carnet am Ende vom ADAC  wieder zurückzuerhalten, müssen alle Stempel vorhanden und die Wiedereinfuhr nach Deutschland bestätigt sein.

Übrigens: Warum wird im regenarmen Nahen Osten eigentlich Wasser verschenkt oder für ein paar Cent verkauft und in München kostet eine kleine Flasche 3,20 Euro?

 

Danach fährt Klaus nach Kirchgellersen in der Nähe von Lüneburg, um Dachgepäckträger und die Aufhängung der Stauboxen so umzurüsten, dass wir – hoffentlich – keine Probleme mehr damit haben. Für mich geht’s nach Berlin zu meiner Lieblingstochter und Schwiegersohn.

Es folgt ein Friseurbesuch, ein Stadtbummel, eine fantastische van Gogh-Performance und ein Besuch beim RBB, mit Livesendung. Klaus kommt wieder dazu und Theo steht auf einem super gelegenen Parkplatz in Berlin für allerdings 45 € die Nacht. Es wird erzählt, gespielt und gemalert und zum Abschluss ist dann nochmal für alle Vier ein Besuch im Escape Room angesagt.

Genug von Deutschland, Polen ruft. In Mecklenburg-Vorpommern machen wir noch Station am Schlosssee in dem kleinen verschlafenen Örtchen Penkun. Hier ist die Zeit teilweise wirklich stehengeblieben. Am See stehen noch immer kleine Datschen für die Fischerboote.

 

In Polen haben wir nochmal einen Termin in einer Werkstatt in der Nähe von Stettin. Es geht um Arbeiten am Getriebe, die wir uns für das Nachbarland aufgehoben haben, da die Arbeitskosten hier bedeutend geringer sind.

Zwei Übernachtungen braucht es, aber nun sollte unser Autochen für die restliche Reisezeit gerüstet sein. Während in Deutschland der Dieselpreis bei ca 2,20 € liegt, füllen wir hier erstmal wieder für 1,70 € unseren 400 L-Tank auf und dann geht’s aus der Stadt raus und auf zu neuen Abenteuern.

Am Stettiner Haff und dann an der Ostsee finden wir ein paar schöne Plätze am Wasser. Wir genießen die Fahrt durch die langsam grüner werdende Natur und die sich durch die Landschaft kilometerlang windenden Alleen.

Bei Lazy gibt es herrliche Strände mit Dünen aus feinstem weißen Sand. Die Temperaturen sind aber immer wieder so kalt, dass man nach einem kurzen Strandspaziergang schnell wieder „nach Hause“ muss, um sich aufzuwärmen. Immer wieder fegt ein eisigkalter Wind, der uns an eigentlich schönen Plätzen nicht lange verweilen lässt und die Hoffnung auf besseres Wetter treibt uns immer wieder zum Weiterziehen.

Der Slowinzische Nationalpark bietet ebenfalls herrliche Plätze am See, Feuchtgebiete und wunderbare Strände mit herrlich weißen weiten Dünen.

Von den Temperaturen her, könnte es auch ein Skigebiet sein. Kojoten schlendern völlig selbstverständlich über die Dünen und ganz Hartgesottene wandern unten ohne am Strand entlang. Wir sind stattdessen ziemlich eingemummelt unterwegs. Auf teilweise Kopfsteinpflaster und kleinen Straßen hoppeln wir weiter durch die schöne Landschaft.

Danzig ist selbst bei frostigem Wetter ein Tourismusmagnet. Dass die Stadt eine wohlhabende Vergangenheit als Hansestadt hat, ist unschwer zu erkennen. Unzählige prächtige Gebäude und Patrizierhäuser reihen sich aneinander in der eine halbe Mio  Einwohner zählenden Hafenstadt an der Ostsee.

Letzte Station ist die Wolfsschanze, Hitlers Führerhauptquartier und Attentatsort von Stauffenberg. Die Machtzentrale war so gut getarnt, dass ein Angriff aus der Luft nicht möglich war. Sie hatte ein eigenes Bahngleis mit Bahnhof und 90 mit bis zu

7 m dicken Betonhüllen geschützte Gebäude. Tarnnetze und mit Moos verkleidete Mauern verdeckten alles von oben Sichtbare und ein Minengürtel umsäumte das Gelände.

Mit dem Vormarsch der Roten Armee im Januar 1945 versuchte man mit teilweise bis zu 8 Tonnen Sprengstoff pro Gebäude die Bunker zu zerstören. Vollständig gelang das nicht und so liegen heute noch die Trümmerteile auf der nahe Ketrzyn zugänglichen und für den Tourismus mit Museum aufbereiteten Gedenkstätte. Eine weitere Ausstellung erinnert an den Warschauer Aufstand.

 

Danach geht’s nach kurzem Stopp am Selmet Wielki-See und nochmal eingekauft in Suwalki weiter ins Baltikum.

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Kommentare: 1
  • #1

    Beate Raabe (Donnerstag, 04 Juni 2026 17:57)

    Sehr interessant! Hoffentlich habt ihr es mittlerweile etwas wärmer. Gute Reise weiterhin!