Von Palermo bis Alexandroupoli, 26. Jan - 10.März
In Sizilien gut gelandet geht’s mit unserem kleinen Tunesier auf der Stoßstange rucki zucki durch die Insel und rüber aufs Festland, um nach einem Stop in Scilla wieder auf dem CP in Le Castella zu landen. Hier nehmen wir unsere von Ronja dorthin gesendeten und mit mal wieder wichtigen Ersatzteilen bestückten Päckchen in Empfang. Gefehlt hatte Dies und Das und da immer noch Dunkelflaute-Wetter herrscht, sind wir über den neuen und perfekt funktionierenden Ladebooster sehr glücklich.
Außerdem kommt auch noch eine neue Nähmaschine an, da die alte Billig-Reisemaschine leider das Zeitliche gesegnet hat.
Die Überfahrt von Brindisi mit der Fähre nach Igoumenitsa in Griechenland gestaltet sich als trickreich. Am Ticketschalter erst mit einem Nein beschieden, bekommen wir zwar doch noch die ersehnte Fahrkarte, aber die Einfahrt auf die Fähre und Platzsuche erweist sich dann als dermaßen chaotisch und eng, wie wir es noch nie erlebt haben.
Aber Theowald und wir alle überstehen die Herausforderung unbeschadet.
Geplant ist in Griechenland mal ein bisschen Urlaub von der Reise, d.h. mal wieder länger irgendwo am Strand stehen und runterkommen und genießen und omm.
Am Elia Beach angekommen, muss sich omm aber noch ein bisschen gedulden. Der Dachgepäckträger ist nicht gut genug verankert worden und dessen Schrauben sind locker und haben sich teilweise schon verabschiedet. Alles droht irgendwann runterzukommen bzw. im Autodach zu landen. Also sind die ersten zwei Urlaubstage für De- und Neumontage reserviert.
Elia Beach ist ein Paradies für Kinder und Hunde. Das Wetter ist immer noch regnerisch und kalt, was die Kids, die hier barfuß und halb nackig durch die Pfützen stromern, anscheinend nicht zu stören scheint. Zwei Wochen verbringen wir hier an diesem kilometerlangen Strand, an dem einige auch das ganze Jahr zu leben scheinen und mit verschiedenen Angeboten wie Haareschneiden, Tatowieren, Wäschewaschen, Pizzabacken und vieles mehr über die Runden kommen. Jeden Tag kommen kleine Buschen mit der Auswahl eines Minisupermarkts vorbei und bieten ihre Waren an, so dass alle mit allem versorgt werden.
Wir fahren weiter durch den ersten Finger Peloponnes auf den zweiten zu unserem Weiße-Steine-Strand und Valtaki-Strand mit dem Schiffswrack Dimitros.
So mit das Doofste an jedem Tag ist die Geschirrspülerei am Abend. Dieses Übel erleichtern wir uns mit einer eigens hierfür angelegten Musiksammlung. Mit dem Rhythmus, wo jeder mit muss, erledigt sich die Spülerei fortan fast von alleine.
Vorbei an Nafplio geht’s mit Theowald zum Frühjahrsputz und in die Werkstatt, wo alle vier Räder die Plätze tauschen und alle Wellen frisch abgeschmiert werden.
Nach einem Abstecher am Zipfelchen bei Tolo füllen wir in Korinth auf dem Bauernmarkt unsere Gemüse- und Obstvorräte auf und geraten geradewegs in den griechischen Karneval samt Straßenumzug. Erstaunt stellen wir fest, dass auch die Griechinnen und Griechen gerne mal närrisch sind. Der Rosenmontag, dieses Jahr am 3. März, beschließt die Karnevalszeit, eröffnet die Fastenzeit und ist gleichzeitig offizieller orthodoxer Feiertag. An diesem Tag lassen die Familien Drachen steigen, die zuhauf in den Straßen verkauft werden und die laut Volksglauben die bösen Geister des vergangenen Jahres verscheuchen sollen.
Außerdem sehen wir in Korinth, so wie auch in einigen anderen Städten, Recycling-Sammelstellen, wohin Menschen ihre Plastikflaschen aber auch andere Materialien in gigantisch großen Müllsäcken gegen Geld abliefern.
Auf unserem weiteren Weg über Thessaloniki und nach einigen Besorgungen (wieder hat auch der nächste Ladebooster seinen Geist aufgegeben) halten wir bei den Thermopyles und wagen eine Sitzung in den heißen Quellen.
Am Potamos Beach in Epanomi mit seinem 10 km langen Sandstrand lacht endlich mal wieder richtig die Sonne, der kalte Wind lässt nach und die Temperaturen steigen ein wenig.
Klaus baut (mal wieder) einen neuen, anderen und damit etwas hoffnungsvolleren Inverter zum Laden der Lichtmaschine ein und steigt damit zum „Bob der Elektrobaumeister“ auf. Dieser wird jetzt aber halten!
Wir genießen das herrliche Wetter, blicken auf die schneebedeckten Gipfel des Olymp, auf dessen Spitze Zeus in seinem Thron auf uns herabschaut und beobachten große Vogelschwärme, die in beeindruckend geordneter Weise in langen Formationen und wie am Schnürchen ihre Bahnen über das türkisfarbene Meer ziehen.
Nur ein paar Meter vom Strand entfernt liegt das Wrack eines Schiffes das vor über 50 Jahren in Seenot geriet und hier strandete. Seither rostet es im kristallklaren Wasser vor sich hin und zieht immer wieder Hobbytaucher in seinen Bann.
Einige Tage verbringen wie hier, genießen die Strandspaziergänge mit Joschi bis zur atemberaubenden Spitze der sich weit ins Meer dehnenden Landzunge und lernen Petra und Ottmar kennen, die auch schon seit drei Jahren mit ihrem Exmo unterwegs sind.
Nach Aspravolta und einem Strand, an dem wir schon 2022 standen, ist der letzte griechische Halt in Alexandroupoli, wo Klaus‘ Geburtstag gefeiert wird und noch mal ein Zahnarztbesuch sowie das Auffüllen unserer europäischen Proviantreserven angesagt ist, wie Hundefutter, Kaffee, Parmesan und Schinken. Danach geht’s dann weiter immer Richtung Osten in eines unserer Lieblingsländer – Türkei, wir freuen uns auf dich!
Uscha Bachofer
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