Kroatien  10. - 23. Okt

Mit Jadrolinija übersetzen wir in acht Stunden nach Dubrovnik, ganz im Süden von Kroatien. Unser Schiff „Dalmatcija“ ist supermodern, stylisch, sauber, fast schon luxuriös – alles andere, als was wir bisher bei Fährschiffen kannten.

Dubrovnik empfängt uns im Hafen mit riesigen Kreuzfahrtschiffen bevor wir im Dunkeln anlegen und bald darauf unseren ersten Stop ansteuern – eine kleine Bucht, ca. 40 km weiter: Plaza Veliki Zal. Wie sich am nächsten Morgen herausstellt, war das keine schlechte Wahl. In der Saison betreibt hier ein Wirt seine Strandkneipe und daneben gibt es einen großen Parkplatz. Jetzt ist die Bar geschlossen und wir genießen mit wenigen anderen netten und entspannten Campern und einigen Einheimischen ein strahlend blaues Meer mit glasklarem Wasser, Sicht auf eine kleine unbewohnte Insel, Berge im Rücken. Ein Standort zum einmalSeelebaumelnlassen, von dem wir vier Tage nicht loskommen. Joschi bekommt noch ein frisches Sommerschnittchen und erst als unsere Vorräte aufgebraucht sind und der Wassertank leer, bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterzuziehen und Kroatien noch andernorts eine Chance zu geben.

 

Der andere Ort ist in der Bucht von Slano, kein Vergleich mit Wowirherkommen. Hatten einen Stellplatz angesteuert, da ohne Wasser und mit vollem Abwassertank. Wasser haben wir jetzt, aber das Abwasser werden wir auch hier nicht los.

Das Wetter ist immer noch herrlich und das Meer lädt auch hier noch wunderbar zum Baden ein, bevor in unserem Theowald aber irgendwas überläuft, müssen wir weiter.

Einkaufen in dieser Region ist nicht so einfach. Supermärkte sind superweit entfernt und es gibt nur in manchen Orten einen kleinen Lebensmittelladen. Unterwegs in Komarna finden wir so einen mit wenigsten Brot und dem Allernötigsten.

Duba ist ein winzigkleiner Fischerort, der sich zum Feriendomizil mausern möchte und uns direkt am Ende der Badebuch ein Plätzchen unter Olivenbäumen schenkt. Das einzige was hier nicht friedlich ist, ist hin und wieder eine Olive, die uns auf den Kopf plumst. Hier, neben einem verlassenen Militärbunker bleiben wir zwei sonnige Tage stehen.

Weiter geht’s durchs Neretva-Delta, das uns mit einer Mandarinenflut überrascht. Das ganze Flussdelta ist mit Mandarinenplantagen überzogen und unzählige Straßenstände bieten ihre orangene Ware den Vorbeifahrenden an. Sogar die Luft hat sich hier angepasst und riecht eindeutig mandarinig. Da Mandarinenduft angeblich aufheiternd wirken und unternehmenslustig machen soll, fahren wir deshalb an den Fährhafen von Drvenka und von hier aus auf die Insel Hvar.

Die Insel Hvar wird bis zur Ostspitze durchquert und wir verbringen den nächsten regnerischen Tag in der dortigen Badebucht und mit einem Besuch des Ortes Hvar mit kleiner aber nicht besonders spektakulärer Altstadt. Und auch den übernächsten regnerischen Tag … Und am überübernächsten haben wir morgens keinen Strom mehr und müssen auf den nächsten Campingplatz zum Tanken flüchten.

Was sich aber nicht zum Nachteil herausstellt. Zwei Tage verbringen wir als einzige Gäste auf einem kleinen privaten CP in einer ebensokleinen Fischer- und Badebucht. Die schnuckligen Ferienhäuschen sind verlassen und nur einige Einheimische sind zurückgeblieben. Es liegt eine friedliche Ruhe über diesem Ort. Als uns auch endlich wieder die Sonne mit ihren Strahlen beglückt, nutzen wir die Gelegenheit zum Wäsche waschen, um dies und jenes mal wieder am Theo in Ordnung zu bringen und sein Outfit noch um ein paar Streifchen zu verschönern.

Nach Jelsa geht’s noch auf eine kleine Olivenölfarm, die mit Urkunden und Preisen überhäuft wurde. Was viele wohl nicht wissen: Kroatisches Olivenöl aus Istrien und Dalmatien gehört zu den besten der Welt und wird immer wieder prämiert. Wir kaufen dort Öl, aber aus der vorjährigen Ernte, da uns das grüne frische – wenn auch noch gesünder – einfach zu bitter ist. Was hier erntemäßig auf jeden Fall anders ist als in den bekannten Olivenölländern wie Italien, Griechenland und Spanien: Wir haben keine einzige Plantage gesehen, alle Olivenbäume stehen kreuz und quer in der Landschaft verteilt.. Wir haben auch keine Ernte mit den üblichen Netzen und Rüttlern gesehen, wohl aber viele Handpflücker. Auch sind die meisten Oliven kugelrund wie Kirschen und nicht oval, wie wir sie kennen.

Auch eine Flasche Weißwein lassen wir uns abfüllen, wenngleich uns der Geschmack kroatischer Weine bisher nicht überzeugt hat.

Nach noch einer weiteren Bucht fahren wir dann mit der Fähre wieder aufs Festland.

Kroatien hat uns gut gefallen mit seinen freundlichen Menschen und entspannter Atmosphäre, Ein Badeparadies mit außergewöhnlich schönen Buchten mit vorwiegend Kiesstränden und glasklarem blauen Wasser: Man hat immer einen Blick auf irgendwelche kleineren und größeren Inseln mit herrlicher Bergkulisse. Von daher ist Kroatien auch etwas für Wanderfreunde. In der Nebensaison wird das Freistehen weitgehend geduldet. Die Kroat*innen halten ihr Land sehr sauber mit vorbildlicher Mülltrennung und es finden sich überall Container, die auch genutzt werden. Die Infrastruktur scheint sehr gut ausgebaut, das Preisniveau für den täglichen Bedarf ist mit Deutschland vergleichbar. Für die eher niedrigen Löhne für viele zu hoch – etliche junge Leute haben mehrere Jobs und wohnen noch lange im Elternhaus, da sie sich die hohen Mieten nicht leisten können. Wohnraum ist knapp, nicht zuletzt, weil verfügbare Wohnungen und Häuser sehr gerne an Feriengäste vermietet werden, um sich so ein weiteres Einkommen zu sichern.